Vom Traktor, der das Essen erntet

Mein Lichtenberg: Wenn die "Schatzinsel"-Kinder malen, dann geht es auch um ihren Heimatort. In dem finden sie so manches cool, was Stadtkinder kaum kennen.

Lichtenberg.

Die vielen Kühe und die Pferde, der Traktor auf dem Getreidefeld, aber auch der Burgberg und die tolle Aussicht auf die Talsperre - die Mädchen und Jungen aus der Kindertagesstätte "Schatzinsel" in Lichtenberg können viel erzählen über ihr Dorf. Sie sind sich einig: "Bei uns ist es schön."

Mit roten und grünen Malschürzen sitzen Emma, Laurin, Elias, Ian, Kim, Phil, Paula und Bill um ein großes Blatt Papier. Mit Pinsel und Farbe malen sie auf, was ihnen in ihrer Heimatgemeinde am besten gefällt. Zugleich erzählen sie mit ihrer Erzieherin Anke Langer davon. Die Kinder wohnen in Lichtenberg, in Weigmannsdorf oder Müdisdorf.


Auf dem großen Bild entstand zum Beispiel die Lichtenberger Kirche, die unter anderem Emma mit ihren Eltern schon besucht hat. Auch das Spiel der Orgel hat die Sechsjährige gehört, die mit dem Gitarre-Lernen begonnen hat, wie sie erzählt. In ihrer "Schatzinsel" spielt sie am liebsten mit ihren Freunden. Die Freunde sind auch Phil besonders wichtig, der ebenfalls am Bild mitgemalt hat. Und er erzählt davon, dass er gerne seinen Verwandten, die in der Landwirtschaft arbeiten, im Kuhstall zusieht. Auch was ein Melkkarussell ist, kann der Sechsjährige berichten.

Der große Lichtenberger Sportplatz und das Fußballspielen bei den Bambinis im Verein punktet besonders bei Ian, Elias und Laurin. Die drei Jungs - allen voran Ian - haben den Platz aufs Papier gebracht und erzählen, wie sie schon bei Freundschaftsspielen der Jüngsten dabei sind. "Und für einen zweiten Platz haben wir sogar ein Sparschwein bekommen", sagt Elias. Laurin fügt an: "Immer freitags ist Fußball."

Noch eine Besonderheit ihrer Heimatgemeinde, die sie gegenüber der Stadt abhebt, wollen die Kinder unbedingt erwähnen. "Wir sehen oft Traktoren vorbeifahren", berichtet Laurin und fügt an: "Der Traktor erntet das Essen." Klar, dass er und die anderen "Schatzinsel"-Kinder gerne am Feldrand bei der Ernte zusehen. Sie zeigen auf ihr Bild und wissen, dass das Getreide auf den Feldern angebaut wird. Daraus muss zunächst Mehl gemacht werden, bevor Brot und Brötchen gebacken werden. Die wiederum gibts beim Bäcker im Ort, wo es auch das leckere Eis für alle gibt, wie sie erzählen.

Spielplatz, Hangel-Anlage und Sonne - das sind für Paula besonders wichtige Dinge in ihrem Heimatort. Besonders die Sonne hat es ihr angetan. "Ich mag sie", sagt das Mädchen, das mit der Familie am Lichtenberger Festplatz wohnt. "Und beim Dorffest ist der Rummel am schönsten", fügt es an. Elias aber - er wohnt nahe der Lichtenberger Feuerwehr - kann davon berichten, wie er zusieht, wenn die Einsatzkräfte ausrücken. "Sogar mit Rettungsbooten", erklärt der Junge. Schließlich hat Lichtenberg die große Talsperre in der Nähe und muss auch für Hochwasser gewappnet sein. " Vom Burgberg aus hat man einen tollen Blick auf die Talsperre", weiß Bill zu berichten, der wie andere Kinder gerne mit den Eltern in der Umgebung unterwegs ist.

Schließlich zeigen die Kinder auf das große gelbe Gebäude auf ihrem Bild: die Lichtenberger Grundschule. Dort waren Phil, Emma und Bill zum "Schnuppern". Sie feiern in wenigen Tagen Schulanfang. Sie haben die Schule im Dorf - und den "Schatzinsel"-Hort, in dem sie nach dem Unterricht spielen können.


Elternverein trägt die Kita

In der Kindertagesstätte "Schatzinsel" in Lichtenberg werden zurzeit 208 Mädchen und Jungen betreut, wie Leiterin Christina Zimmermann berichtet. Insgesamt 88 Kinder besuchen den Kindergarten, 35 die Krippe sowie 85 den Hort. Der Hort befindet sich im Gebäude der Lichtenberger Grundschule. 31 Mitarbeiter von der Erzieherin über die Küchenkraft bis zum Hausmeister kümmern sich um die Jüngsten der Gemeinde.

Der Elternverein "Schatzinsel" ist Träger der Kindertagesstätte. Im nächsten Jahr begeht er sein 20-jähriges Jubiläum.

Im Jahr 2005 hatten sich die damaligen Kita-Kinder an einem Malwettbewerb der "Freien Presse" und des Denkmalamtes beteiligt. Sie malten Besonderheiten im Dorf und gewannen mit ihrem Bild. (ar)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...