Von Stimmgewalten und Stühlerücken

Hier steht, was wirklich wichtig ist. Heute: Warum so viele Leute in den Dom kommen und einige ihren Platz räumen.

Es gehört zur Weihnachtszeit wie die Tanne auf dem Obermarkt: Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Den Kantaten 1 bis 3 lauschten am Samstag am Nachmittag und am Abend im Freiberger Dom St. Marien insgesamt 1850 Besucher, womit Domkantor Albrecht Koch sicherlich sehr zufrieden war. Ausführende waren Jana Büchner (Sopran), Henriette Gödde (Alt), Tobias Hunger (Tenor) und Matthias Lutze (Bass). Verstärkung bekamen die Solisten von der Batzdorfer Hofkapelle, dem Freiberger Domchor, der Jugendkantorei am Freiberger Dom und der Domkurrende. Lang anhaltender Applaus war der größte Lohn für Sänger und Musiker.

Schlechte Nachricht für alle, die noch kein Ticket für das Weihnachtliche Orgelkonzert im Kerzenschein mit Matthias Eisenberg an der Orgel am Sonnabend haben: Die Veranstaltung ist ausverkauft. Dafür findet aber am 21. Dezember, 17 Uhr, das Weihnachtsliedersingen des Freiberger Domchores unter der Leitung von Domkantor Albrecht Koch statt.

Verabschiedungen in den Ruhestand sind ja prinzipiell etwas Gutes, vor allem für diejenigen, die ihn sich redlich und über Jahre hinweg verdient haben. Das gilt natürlich auch für die vier Amtsleiter, welche zum Jahresende 2019 ihren Dienst für die Stadt Freiberg beenden und danach noch hoffentlich sehr lang all die Zeit danach genießen können. Doch hat solch ein Vorgang eben auch eine Schattenseite, nämlich die, dass solche Leute in den meisten Fällen Fußabdrücke hinterlassen, die einigermaßen groß sind. Von der Lücke, die zu entstehen droht, mal ganz zu schweigen.

Verabschiedet wurden: Anita Torchala, seit 2002 Leiterin des Stadtentwicklungsamtes, Uta Berger, die seit 1994 dem Bauaufsichtsamt vorsteht, Michael Höser, der von 2010 an die Geschicke im Amt für Bildung, Jugend und Soziales (bis 2012 war da noch der Sport mit im Namen) lenkt, und Andreas Böhnstedt, zehn Jahre lang Leiter des Hochbau- und Liegenschaftsamtes (Fotos von links nach rechts unten) - Vier Verantwortungsträger, die auf ihre Art und Weise den jeweiligen Bereich prägten. Ihnen allen eigen ist, dass man mit Fragen an sie nie ins Leere lief.

Um als Beispiel Andreas Böhnstedt anzuführen, von dem man zeitweise annehmen musste, er sei auf mehreren Baustellen der Silberstadt gleichzeitig anzutreffen: Es genügte meist eine kurze Frage und er war in der Lage, alles Wesentliche zum Bau dieser Kita oder jener Schule zusammenzufassen. Und das kann man von den drei anderen ebenso sagen.

Also sind die erwähnten Fußstapfen entsprechend groß. Um nun die drohende Lücke gar nicht erst entstehen zu lassen, hat man schnell gehandelt und an alle vakanten Stellen Nachfolger gesetzt, die schon etwas Stallgeruch mitbringen, was wiederum reibungslose Übergänge ermöglicht. So übernimmt Martin Seltmann (Foto) die Arbeit von Anita Torchala. Drei Jahre lang hatte er schon Zeit, sich als Referent des Bürgermeisters für Stadtentwicklung und Bauwesen warmzulaufen.

Manuela Seeliger (Foto), die Uta Berger nachfolgt, kam ins Bauaufsichtsamt, als ihre Vorgängerin im Amt selbiges antrat, nämlich 1994. Dort war sie zuletzt Sachgebietsleiterin Bauaufsicht.

Die Diplom-Soziologin Franziska Loose (Foto), die Michael Hösers Amt übernimmt, ist seit 2011 in Verwaltungen tätig und war zuletzt gut sechs Jahre lang Fachgruppenleiterin Schulen und Soziales. Seit kurzem ist sie in Freiberg tätig.

Als dritte Frau im Bunde wird Silke Grombach (Foto) Amtsleiterin in der Nachfolge von Andreas Böhnstedt. Als studierte Architektin kennt sie manches Problem auch von der anderen Seite des Tisches her, was ihr wohl helfen dürfte.

OB Sven Krüger freut sich auf die Arbeit mit den neuen Amtsleitern, weiß aber auch, was die Vorgänger für die Stadt geleistet haben. "Niemals geht man so ganz", heißt es in einem Schlager. (mit mer)

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