Von wegen alte Eisen

In Scharen sind Besucher gestern zur Freizeitmesse "50 plus" ins Tivoli gekommen. Sie alle suchten Tipps für einen bunten Lebensherbst.

Freiberg.

Renate Mäding und ihre Freundin Christine Liebold zeigten sich begeistert. Sie sind gestern extra aus Chemnitz nach Freiberg gefahren, um die Freizeitmesse "50 plus" zu besuchen, die im Konzert- und Ballhaus Tivoli stattfand. "Das ist eine Reise, von unserem Mehrgenerationenhaus organisiert", erzählt Renate Mäding. "Und es ist einfach großartig." Sprach es und stürzte sich wieder in den Trubel, der in diesem Jahr noch ein wenig bunter gestaltet wurde als bislang schon.

Auch Ulrike Jurk zeigt sich zufrieden. Die Inhaberin des Reisebüros "Sonnenschein Reisen", welches sich mit seinem Angebot durchaus auf ältere Interessenten spezialisiert hat, ist von Anfang an die Organisatorin und Seele der Freizeitmesse. Nun ist es schon die zehnte Auflage, welche abermals ein Erfolg wird. "Diesmal sind rund 35 Aussteller dabei", erzählt sie. "Insgesamt waren es im Laufe der Jahre etwa 95 verschiedene, die sich präsentierten." Bei den Besucherzahlen ist sie nicht ganz sicher, da keine Zählung stattfindet. "Angefangen haben wir mit 300, im vergangenen Jahr erreichten wir mit 900 einen Rekord", rechnet sie. "Es werden wohl insgesamt mehr als 5000 Gäste gekommen sein."

2009 fand die erste Freizeitmesse statt. Vorrangig geht es an den Ständen um Gesundheit im Alter, aber auch um Anregungen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Vom Kreissportbund bis zu den Landfrauen, von der Volkshochschule bis zum Freiberger Amt Kultur-Stadt-Marketing, von Apotheken bis zu sozialen Vereinen - eine breite Palette an Teilnehmern stellte sich vor. "Das ist der große Vorteil, alles unter einem Dach zu finden", meint Ulrike Jurk. In einer Grußbotschaft zum zehnten Jubiläum würdigte das auch Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos). Das sei eine große Leistung, lies er ausrichten, zehn Jahre lang eine solch zielgruppenorientierte Messe hier in Freiberg auf die Beine zu stellen. Es sieht ganz danach aus, dass mindestens weitere zehn Jahre folgen werden.


Publikum unterhalten

Tim Gernitz ist als Frontmann der Band Notendealer kein Unbekannter. Der Mittzwanziger hat allerdings noch Zeit, bis er in die Zielgruppe der Freizeitmesse vorstößt. Er ist der neue Moderator der Veranstaltung. "Es ist toll, wieder was in meiner Heimatstadt zu machen", sagt er. "Ich trete ja das Erbe von Matthias Brade an und versuche, dem gerecht zu werden." Mit seiner offenen Art kam er beim Publikum gut an. "Ich will das Bindeglied sein zwischen den Ausstellern und den Besuchern." (wjo)


Schokolade verzieren

Mit den süßen Seiten des Lebens kennen sich Josephine Erbe, Uta Klausnitzer und Anne Kubat (v.l.) aus. Regelmäßig hat das Viva-Geschäft von Freibergs Burgstraße einen Stand auf der Freizeitmesse. "Wir sind zum vierten Mal dabei", sagt Uta Klausnitzer. Spaß mache es immer. Und diesmal bietet man kurz vor der Weihnachtszeit Schokolade an, die ganz nach Wunsch verziert werden kann. Die eine oder andere Oma dürfte da schon das passende Geschenk für ihre Enkel gefunden haben. (wjo)


Benachteiligten helfen

Kaum zum Luft holen kamen Thomas Wittig und Ulla Koch, wie alle anderen am Stand von "Freiberg zeigt Herz". Der Ansturm war riesig. "Wir verkaufen Lose für einen Euro das Stück", erzählt Wittig. "Und jedes Los ist auch ein Gewinn." Die Preise wurden von zahlreichen Unternehmen oder Vereinen gespendet. Der Verein wurde erst in diesem Jahr offiziell gegründet. Unterstützt werden Projekte für sozial benachteiligte Menschen, etwa ein Weihnachtsessen oder Bekleidungsgutscheine. (wjo)


Lebensfreude anregen

Den Genuss in den Vordergrund stellen möchte Angela Bayerlein. Mit ihrem "Querbeet"-Stand hat sie auf der Freizeitmesse "50 plus" in all den Jahren selten gefehlt. "Fast immer war ich dabei", erzählt sie. "Ich möchte bei den Leuten vor allem wieder den Genuss anregen." Viel gehe auch im Lebensherbst verloren, wenn man das Essen nur nebenbei erledige. Gesunde Bioprodukte aus der Region seien ein richtiger Schritt, nicht nur zu funktionieren, sondern das Genießen wieder zu lernen. (wjo)

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