Vorschlag: Marodes Kino sollte für Wohnhäuser weichen

Wie junge Leute attraktives Bauland bekommen könnten, darüber macht sich ein Brand-Erbisdorfer Gedanken. Auch die Verwaltung hat einen Plan.

Brand-Erbisdorf.

Das ehemalige Brand-Erbisdorfer Kino - besser sein maroder Zustand - beschäftigt so manchen Einwohner der Stadt. Erst kürzlich ist bei dem denkmalgeschützten Gebäude ein größerer Teil des Daches eingestürzt. Nun scheint das seit vielen Jahren leer stehende Haus endgültig dem Untergang geweiht. Doch wie geht es weiter?

Viele Brand-Erbisdorfer und Bewohner umliegender Orte erinnern sich an zurückliegende Veranstaltungen, Kinoabende und mehr in dem früheren "Theater der Freundschaft", wie das Gebäude an der Hauptstraße zu DDR-Zeiten hieß. Andere jedoch machen sich bereits Gedanken, wie die innerstädtische Fläche anderweitig nutzbar wäre - würde das Kino abgerissen.

Sven Haferland beispielsweise hat einen konkreten Vorschlag: "Vielerorts liest man von Wohnungsknappheit und dem Wunsch nach bezahltem Wohnen. ... Wäre es für alle Beteiligten nicht besser, dieses Gebiet für neue Wohnungen/Häuser zu erschließen, etwa ähnlich der Neubebauung zwischen Anton-Günther-Steig und August-Bebel-Straße?", meint der Brand-Erbisdorfer in einem Brief an die "Freie Presse".

Das Areal, worauf sich das Kino befindet, liege inmitten einer grünen Oase, ruhig, stadtnah und sei gut zu erreichen nicht nur für Einkaufsmöglichkeiten. Als Wohnfläche sei diese geeignet, junge Leute anzuziehen, "die die Stadt bevölkern und bereichern", so Sven Haferland. Seiner Meinung nach wäre in diesem Bereich Platz für etwa sechs Einfamilienhäuser. Dies helfe der Stadt über Steuereinnahmen, und die Abrisskosten könnten dadurch gedeckelt werden. Außerdem: "Für die Geschichtsinteressierten und Nostalgiker kann eine Informationstafel gern an das ehemalige ,Theater der Freundschaft' erinnern", regt er an.

In der Stadtverwaltung arbeiten die Verantwortlichen bereits an dem Thema, heißt es von Dierk Schülke, verantwortlich für Bau, Immobilien und Umwelt. "Wir sind derzeit im Gespräch mit dem Eigentümer", erklärt er auf Nachfrage der "Freien Presse".

Der Freistaat Sachsen hatte die zunächst einer Brander Familie gehörende Immobilie nach Insolvenz im Jahr 2013 geerbt und kümmert sich seither durch den Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen (ZFM) darum. Bereits 2013 habe das Gebäude leer gestanden.

Da die Stadt Brand-Erbisdorf nicht Eigentümer des Gebäudes sei, könne sie den Abriss auch nicht beauftragen, so Dierk Schülke. "Darüber hinaus steht das Gebäude unter Denkmalschutz, ein Termin mit dem zuständigen Bearbeiter des Landesamtes für Denkmalschutz ist aber geplant", erklärt er. Auch aus Sicht der Stadt erscheine die Erhaltung des Gebäudes unrealistisch, "da die Bausubstanz sehr stark geschädigt ist", sagt der Bauchef. Die Stadt Brand-Erbisdorf ist nach seinen Worten stark daran interessiert, "diesen städtebaulichen Missstand zu beseitigen und die Fläche nachzunutzen".

Liebe Leser, wenn auch Sie sich an besondere Stunden oder Geschichten im Brander Kino erinnern, dann schreiben Sie uns diese per E-Mail an red.freiberg@freiepresse.de oder an Lokalredaktion "Freie Presse", Kirchgäßchen 1 in 09599 Freiberg.

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