Vorsichtige Hoffnung für das Erbisdorfer Wasser

Kommt nun endlich Bewegung in das Bauprojekt, das seit mehr als 20 Jahren auf Landesebene immer wieder neu geplant wird?

Brand-Erbisdorf/St. Michaelis.

Seit 1997 laufen die Planungen für den Ausbau des knapp einen Kilometer langen Abschnitts der Staatsstraße S 206 in St. Michaelis einschließlich Hochwasserschutz des Erbisdorfer Wassers in diesem Bereich. Mehr als 20 Jahre später gibt es nun den ersten greifbaren Schritt für einen möglichen Bau: "Die Landesdirektion Sachsen hat am 11. Juli 2018 den Planfeststellungsbeschluss für den Bauabschnitt erlassen. Damit verfügt die Stadt Brand-Erbisdorf als Vorhabenträger über Baurecht", teilte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) gestern mit.

Der Brand-Erbisdorfer Oberbürgermeister Martin Antonow (parteilos) kommentiert die Information der Landesbehörde so: "Der Planfeststellungsbeschluss braucht zunächst selbst Rechtskraft. Dazu hat regulär die öffentliche Bekanntmachung dieses Dokumentes zu geschehen. Wird jener Beschluss innerhalb eines Monats nicht beklagt, so hätte man endlich Baurecht." Allerdings schränkt der OB gleichzeitig ein, falls es doch eine Klage gegen den Beschluss gebe, gehe weitere Zeit ins Land. "Das hofft niemand der baupolitisch Verantwortlichen", so Antonow.

Vorgehen ist der grundhafte Ausbau der Talstraße (S 206) auf einer Länge von 930 Metern, teilt das Lasuv mit. Das Straßenstück soll zukünftig eine einheitliche Fahrbahnbreite von 6,50 Metern aufweisen. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit erhalte die Straße zudem einen durchgehenden einseitigen Rad-/ Gehweg mit einer Breite von zwei Metern.

Mit dem geplanten Bau an der Talstraße werde auch das an der Straße fließende Erbisdorfer Wasser hochwasserschutzgerecht ausgebaut. "Das Gewässer wird streckenweise renaturiert und die Verrohrung modernisiert. Mit dem teilweisen Ersatzneubau der unterirdisch und parallel verlaufenden Wasserführung könnten zukünftig Wassermengen eines Hochwassers, wie es statistisch gesehen alle fünfzig Jahre auftritt (sogenanntes HQ 50), ohne Schäden zu verursachen, abgeführt werden. "Damit werden die Anwohner nachhaltig vor Überflutungen geschützt", so das Lasuv.

Die Maßnahmen sind laut Behörde notwendig, weil derzeit die Verkehrssicherheit gefährdet, die Wasserführung unzureichend und ein wirksamer Hochwasserschutz nicht gegeben sei. Allerdings wurden den Anwohnern in den zurückliegenden Jahren bereits mehrere unterschiedliche Planungen des Bauabschnitts vorgestellt, die sämtlich wieder verworfen wurden.

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