Waldbad, Unicent, Kinokomplex: Wie weiter auf dem Wasserberg?

Der Freiberger Bürgerdialog geht 2020 in eine neue Runde. Oberbürgermeister Sven Krüger nimmt Anregungen mit ins Rathaus.

Freiberg.

Die Resonanz fiel etwas geringer aus: Etwa 30 Bewohner des Freiberger Wasserbergs waren am Dienstagabend ins Kinopolis gekommen. Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) hatte dort zum Bürgerdialog geladen. Zur ersten Veranstaltung an gleicher Stelle im Mai 2017 waren rund 50 Interessierte erschienen. Mittlerweile sind der OB und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung jeweils einmal in den jeweiligen Freiberger Stadtteilen gewesen, haben Anregungen, Kritik, aber auch Lob entgegengenommen. Nun beginnt die Runde aufs Neue. Zur Entwicklung des Wasserbergs gab es zahlreiche Informationen.

Waldbad: Die Kampfmittelsuche ist nach wie vor nicht abgeschlossen, doch könnte ein milder Winter die Abläufe beschleunigen. Vorausgesetzt, der Freistaat erteilt die Freigabe, wolle man ab März in zwei Abschnitten das Areal sanieren. "Zunächst von der FKK-Wiese bis zum Spielplatz", so OB Krüger. Später von dort aus bis zum unteren Teich. Auf Nachfrage sagte er, dass die Volleyballplätze durch den Förderverein Waldbad gemeinsam mit dem 1.Volleyballverein Freiberg wieder aufgebaut werden. Toiletten sollen ebenfalls errichtet werden. Mit Glück könne im Sommer wieder gebadet werden. "Aber wir können den Freistaat nicht zwingen", sagte Krüger. "Die suchen so lange, bis sie keine Kampfmittel mehr finden." Das Wasser des Teichs habe man abgelassen, damit keine Amphibien dort brüten und so nicht noch Umweltauflagen den Prozess verzögern.

Straßen: Nach der Fertigstellung des Großteils des Forstweges rückt nun die Tschaikowskistraße in den Fokus. Voraussichtlich im April beginnt der erste Bauabschnitt. In den nächsten zwei Jahren folgen dann weitere Bereiche. "Das ist deshalb so geplant, damit die Zugänge gewährleistet bleiben", so Krüger. "Immerhin haben wir dort eine Schule, die Sporthalle und das Ärztehaus." Die Arbeiten sollen am unteren Teil der Straße beginnen.

Einkaufszentren: Lediglich das Kinopolis im Center an der Chemnitzer Straße sei auch künftig eine Konstante, betonte der OB, der sich zudem über steigende Kino-Besucherzahlen freute. Was den Rest des Komplexes anginge, könne er noch nichts genaues sagen. "Damit sind wir nicht zufrieden", gestand Krüger. Der Eigentümer bemühe sich zwar um neue Mieter, doch spiele die momentan angespannte Situation im Einzelhandel durchaus eine Rolle dabei, dass die Suche bislang erfolglos blieb. Auch beim Unicent bleibe man mit den verschiedenen Eigentümern im Gespräch. Ein Lebensmittelhändler will große Flächen modernisieren. "Der Forstweg ist jetzt fertig", so Krüger. "Diese Bauarbeiten sind also kein Hinderungsgrund mehr."

Kitas/Schulen: Hier sei grundsätzlich sehr viel in einem guten Zustand, meinte das Stadtoberhaupt. Die Winkler-Schule müsse allerdings einen neuen Schliff bekommen. Angedacht ist dabei der Neubau einer Mensa. Für den verwilderten Sportplatz an der Kollwitz-Schule gibt es ebenfalls Überlegungen. "Man könnte eine Grünfläche mit Bewegungsraum schaffen", erklärte Krüger. Mit Schulleitung und Elternrat habe es dazu schon sehr gute Gespräche gegeben.

Die Einwohnerfragen beschäftigten sich oft mit der Verkehrs- und Parksituation. Vor allem die Einhaltung von Tempo-30-Zonen solle künftig häufiger überprüft werden. Auch wurde die Aufstellung von Ladesäulen für E-Autos angeregt. Dafür sei noch nicht die Zeit gekommen, entgegnete Sven Krüger, der sich aber dennoch aufgeschlossen dazu positionierte. Illegale Müllabladung, Vandalismus und Lärmbelästigung wurden ebenfalls thematisiert. Das seien mittlerweile Entwicklungen in der Gesellschaft, die er nicht gutheißen könne, so der OB. Er rief dazu auf, sich am Frühjahrsputz im April zu beteiligen.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...