Warten auf Sigmund Jähn

Seit über 25 Jahren treffen sich Frauen und Männer zum Fliegerstammtisch in Cämmerswalde. Viele Prominente waren zu Gast - nur der erste Kosmonaut der DDR noch nicht.

Cämmerswalde.

Zum 254. Mal seit 1991 treffen sich die Mitglieder des Fliegerstammtischs in Cämmerswalde am Samstag. Die Initiatoren - der Brand-Erbisdorfer Siegfried Schuster, Joachim Horschig aus Sayda sowie Roland Sperling aus Bannewitz bei Dresden - haben die Themen für das erste Halbjahr festgezurrt. Einfach sei es nicht, immer Neues und Referenten zu finden, erklären die Enthusiasten. Fast alle Bereiche der Luftfahrt seien bereits durchforstet.

Immer wieder gelang es dem Trio, bekannte Referenten nach Cämmerswalde zu holen. Wie Andreas Dietrich, der bei der NVA die MIG-23 und in der Bundesluftwaffe den Alpha Jet flog. Generalleutnant a.D. Peter Vogler, Starfighterpilot, schaute sich die MIG-21 sehr genau an, als er 2012 zu Gast war. Viel zu erzählen hatte Thomas Lang vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Dresden. "Schauspieler Otto Mellies machte im vorigen Jahr in der Region Urlaub und erfuhr von unserem Fliegerstammtisch. Das Thema begeisterte ihn so sehr, dass er versprach, bald wiederzukommen", erzählt Joachim Horschig.

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Seit Jahren sei es der große Wunsch der Organisatoren, Sigmund Jähn, den ersten Kosmonauten der DDR, nach Cämmerswalde zu locken. Bisher habe es noch nicht geklappt, sagt Siegried Schuster. "Ich habe mehrfach mit ihm gesprochen, weil ich ihn aus DDR-Zeiten kenne und habe die Hoffnung nicht aufgegeben", so der ehemalige Fluglotse.

Der Neuhausener Roland Richter, der aus der Segelfliegerei und dem Modellflugbau kam, hatte vor 26Jahren die Idee für den Fliegerstammtisch. "Er ging für die Fliegerei auf", sagt Siegfried Schuster, der seit 2006 dem Vorsitzenden zur Seite stand und 2013 nach dem Tod von Roland Richter die Leitung übernahm. Es galt, dessen Ideen fortzusetzen. "Es sollte jeden Monat etwas los sein. Nicht nur die Fliegerei, auch Vorträge über Unterwasserfotografie und die Jagd bereicherten das Programm. "Wir wollen an die Leistungen der Flieger vergangener Jahrzehnte erinnern", sagt Siegfried Schuster. Der 78-jährige Brand-Erbisdorfer arbeitete wie sein Freund Joachim Horschig zu DDR-Zeiten mit dem Jagdflieger MIG-21. Für Schuster stand das Abfangen von Luftraumverletzern als Ziel, während Horschig den Abfangjäger als Techniker wartete. Das gemeinsame Hobby, die Fliegerei, hat beide in Cämmerswalde zusammengeführt.

Dass die Treffen seit 17 Jahren am Flugzeugmuseum stattfinden, wo eine IL 14, eine MIG-21 und ein Hubschrauber Mi-2 stehen, ist kein Zufall. Da werden Erinnerungen rund um die Fliegerei wach. Und auf die Mitarbeit von Museumschef Dietmar Hetze, der die Fluggeräte hergeholt hat, können sich die drei Organisatoren verlassen.

Der harte Kern des Fliegerstammtisches, 10 bis 15 Männer und Frauen, hat nicht nur den Vorträgen gelauscht, sondern auch gemeinsam Exkursionen unternommen. Begonnen hatte es 1991 mit der Fahrt zur Wasserkuppe. Es folgten Fahrten beispielsweise ins Zentrum der Luft- und Raumfahrtmedizin in Königsbrück, in den "Fuchsbau", dem zentralen Gefechtsstand der Luftstreitkräfte der DDR.

Treffen Der Fliegerstammtisch am Samstag in der "Gaststätte am Flugzeug" in Cämmerswalde befasst sich mit "Ballonfahren im Raum Leipzig - Von den Anfängen bis ins 21.Jahrhundert". Beginn ist 14 Uhr. Interessierte sind willkommen.


41 Mitglieder aktiv

Am 20. Juni 1990 wurde der Flugsportverein Schwartenberg gegründet. Aus ihm bildete sich am 21. April 1991 der Fliegerstammtisch. Der Flugsportverein hat zurzeit 41 Mitglieder, die sich unter anderem mit Flugzeugmodellbau beschäftigen. Einige Höhepunkte: Exkursion in das Zeppelinmuseum Friedrichshafen und das Technikmuseum Sinsheim; Exkursionen zur Wasserkuppe in der Rhön, dem "Heiligen Berg der Segelflieger".

2000 siedelte der Stammtisch von der Schwartenbergbaude nach Cämmerswalde um. 2005 wurde der Mi-2 im Flugzeugmuseum aufgestellt. Am 19. Mai 2013 verstarb der Gründer des Fliegerstammtisches Roland Richter. (gel)

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