Warteschlange bei den Tests

Die Aktion in Mittweida brachte auch Erkenntnisse darüber, ob sich das Gebäude als Impfzentrum für Corona eignet.

Mittweida.

Stark nachgefragt waren die Coronatests des Landkreises Mittelsachsen am Mittwoch in Mittweida: Kurz nach der Öffnung der Teststelle über dem Simmel-Supermarkt hatten sich schon gut 50 Probewillige jeden Alters eingefunden. Der Parkplatz war voll. Die Sicherheitsabstände wurden aber eingehalten. Die allermeisten Prüflinge trugen Mund-Nasen-Schutz. Die Polizei schaute nach dem Rechten.

Gut 16 Stunden zuvor hatte das Landratsamt die Nachricht vom kostenlosen Schnelltest nur an diesem Tag verbreitet. Von 9 bis 18 Uhr wurde ohne Anmeldung getestet. "Damit gibt es eine Sicherheit vor Weihnachten, denn es gibt auch Personen, die keine Symptome haben und dennoch ansteckend sind", sagte der zweite Beigeordnete Jörg Höllmüller. Er betonte aber, dies sei immer eine Momentaufnahme. Man müsse sich dennoch an die Regeln halten.

"Früher standen wir nach Bananen an", wurde in der Schlange über die etwa einstündige Wartezeit gewitzelt. Auch die Preise für Coronaschnelltests waren ein Thema im Nieselregen. In Mittweida waren die Tests für lau: Zunächst erfassten Mitstreiter des Deutschen Roten Kreuzes Namen, Vornamen und Geburtsdaten der Prüflinge und händigten ihnen FFP-2-Masken sowie je eine Nummer aus. In einer provisorischen Kabine entnahmen weitere Helfer Proben aus dem Rachen. "Dies ist ein Antigentest", war auf Nachfrage zu erfahren. Er gebe Aufschluss darüber, ob man das Virus in sich trage und derzeit infektiös sei.

Aber: Nach einer Infektion dauere es eine Weile, bis im Körper so viele Virenproteine hergestellt würden, dass dieser Test anschlage. Das Gros der Kandidaten konnten die 22 Helfer vom DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen glücklich machen: "Frohe Weihnachten", wünschte Benjamin Richter, der die negativ getesteten Nummern im Warteraum verlas. 20 Minuten nach dem Abstrich ging es wieder an die frische Luft. Organisatorische Probleme waren nicht zu erkennen.

"Ich bin erleichtert und kann nun mit meinen Eltern und meinem Sohn Weihnachten feiern", sagte Denise Schürer aus Hartha. Eine Freundin hatte sie per Messenger über den Test informiert. Auch ein Mann aus Leisnig ließ sich (negativ) testen: "Meine Tochter hatte mir das vorgeschlagen", sagte er, nannte aber seinen Namen nicht. "Sie wohnt in Borsdorf bei Leipzig. Dorthin kann ich nun zum Fest fahren."

Insgesamt haben sich 932 Menschen am Mittwoch in Mittweida einem Schnelltest unterzogen. "Ich hätte nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet", sagte Landrat Matthias Damm. 32 Personen hatten ein positives Ergebnis. Sie erhielten sofort einen PCR-Test und mussten in Quarantäne gehen. Wie Landkreissprecher André Kaiser erklärte, gelte der bei Einkauf, Sport und Bewegung einzuhaltende 15-Kilometer-Radius um die Wohnung hier nicht. Die Coronaschnelltests seien eine "Inanspruchnahme medizinischer Versorgungsleistung", so Kaiser.

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