Warum ein Trio kompromissbereiter sein muss

"One-Way-Ticket zum Mond" ist das zweite Stück des Franzosen Robert-Espalieu, das in Augustusburg uraufgeführt wird. Dafür ist eine Dritte im Bunde.

Augustusburg.

Einem brisant-aktuellen Thema haben sich die Schauspieler des Schlosstheaters Augustusburg, Andreas Unglaub und Anna Silke Röder, für die Premierenaufführung im März verschrieben - den Auszahlungsmodalitäten diverser Versicherungen und der Frage "Wie komme ich an mein Geld?". Die absurde Komödie "One-Way-Ticket zum Mond" ist das zweite Stück des französischen Autors und Regisseurs Emmanuel Robert-Espalieu, das in Augustusburg seine Uraufführung hat. Selbst in Frankreich wird es erst zeitversetzt gespielt werden.

Nach der überaus erfolgreichen Schlosstheater-Inszenierung von "Das letzte Mal" - Premiere im März 2019 - hat der österreichische Bühnenverlag Schultz & Schirm der Theatercrew weitere Werke aus der Feder Robert-Espalieus angeboten. "Wir haben einige aus dem Französischen übersetzen lassen und uns für ein humorvolles Stück mit sozialkritischem Hintergrund entschieden", sagt Andreas Unglaub. Die Proben im Theaterkeller laufen auf Hochtouren. Noch ist an den Texten zu feilen, das passende Kostüm zu finden und am Bühnenbild zu werkeln. "Eine Erstaufführung ist immer eine besondere Herausforderung. Wird unsere Interpretation angenommen, haben wir den Nerv des Publikums getroffen?", erklärt Andreas Unglaub, der zum ersten Mal in der Geschichte des Schlosstheaters mit zwei Frauen gemeinsam auf der Bühne agiert. Neben Anna Silke Röder wird Oda Pretzschner aus Dresden das Dreipersonenstück komplettieren.

"Auf der Suche nach einer geeigneten Besetzung habe ich mich an Oda erinnert, mit der ich vor mehr als 20 Jahren in einigen Aufführungen gemeinsam auf den Chemnitzer Theaterbrettern stand", sagt Anna Silke Röder. Lächelnd ergänzt die Dresdnerin, dass sie damals noch Studentin war und Anna bereits eine erfolgreiche Künstlerin, von deren Erfahrungen sie lernen konnte. Es sei eine schöne Zeit gewesen, und sie habe das Angebot gerne angenommen. "Natürlich musste ich mich zuvor mit dem Inhalt des Stückes beschäftigen, und auch eine Koordinierung mit meinen eigenen Terminen war erforderlich", so Pretzschner. Die seit 2007 freischaffende Künstlerin gastierte etwa mehrfach am Staatsschauspiel Dresden und am dortigen Societaetstheater. An diesem tritt sie aktuell in John von Düffels Bearbeitung des "Macbeth" von Shakespeare als Lady Macbeth auf. Die 48-Jährige arbeitet neben ihrer schauspielerischen Tätigkeit als Sprecherin für Dokumentarfilme, veranstaltet Lesungen, moderiert und schreibt Programme für den MDR-Kinderchor. Vom Augustusburger Schlosstheater sei sie nach ihrem ersten Besuch auf Anhieb begeistert gewesen. Sie spiele in großen wie kleinen Theatern und schätze das Spiel auf kleiner Bühne, sagt die Künstlerin und Mutter eines Sohnes.

Dass das Zusammenspiel zwischen drei Akteuren nicht einfacher ist als bei einer großen und regiegeführten Besetzung, wissen die erfahrenen Schauspieler. "Man muss kompromissbereiter sein, da jeder von uns eigene Ideen für die Umsetzung des Stückes einbringt. Entweder alle einigen sich, oder es gibt einen besseren Vorschlag", so Unglaub. Und Anna Silke Röder erklärt, dass es viel Fleiß und Zeit brauche, um einen gemeinsamen Rhythmus zu finden. Seit Januar laufen die Proben, und zufrieden mit dem Ergebnis seien sie sicher erst unmittelbar vor Spielbeginn. Zur Uraufführung von "One-Way-Ticket zum Mond" werden sowohl Autor Emmanuel Robert-Espalieu aus Paris als auch die Verlagschefin von Schultz & Schirm, Helen Zellweger, aus Wien erwartet. "Das ist eine große Ehre für uns. Klar, dass wir nun noch aufgeregter sind", sagt Andreas Unglaub.

Die Premiere von "One-Way-Ticket zum Mond" ist am 6. März und ausverkauft. Nach der Vorstellung geben die Künstler ein Interview auf der Bühne. Karten gibt es für den 27. und 28. März und weitere Aufführungen in April und Mai. Beginn ist jeweils 19 Uhr. Der Eintritt kostet 20 Euro. Karten können unter Telefon 037291 69254 reserviert werden.

ter-augustusburg.de


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