Was Fahrgästen der neugeordnete Stadtverkehr bringt

Nach monatelanger Kritik an der aktuellen Linienführung im Freiberger Busverkehr wurde der Plan erneut umgekrempelt. Friedhof, Bahnhof und Häuersteig sind ab 1. Juni besser erreichbar.

Freiberg.

Ab 1. Juni 2019 fahren die Busse in Freiberg wieder fast so wie vor der Umstellung der Linienführung am 9. Dezember 2018. Damit reagiert das kreiseigene Unternehmen Regiobus Mittelsachsen auf die anhaltende, teils heftige Kritik von zahlreichen Fahrgästen. Vor allem Anwohner aus den Wohngebieten Seilerberg und Wasserberg fühlten sich abgehängt.

Als Regiobus im März ankündigte, wieder zum alten Ringliniensystem zurückzukehren, riss die Kritik ab. Am Donnerstag nun präsentierte Geschäftsführer Michael Tanne die neuerlich überarbeitete Linienführung. An den Zielen hält das Unternehmen fest: Bus- und Bahnverkehr besser miteinander verbinden, das Stadtzentrum beleben und die geteilten Dienste verringern, die die Busfahrer leisten müssen.


Im neugeordneten Stadtverkehr sei man nun "nah dran am alten Ringliniensystem", so Tanne. Und man habe versucht, "die positiven Momente" des aktuellen Liniensystems zu erhalten.

So nimmt die Linie A wieder ihren ursprünglichen Verlauf vom Busbahnhof über die Olbernhauer Straße und die Karl-Kegel-Straße auf, bindet aber weiterhin Halsbrücke an. Aufgrund einer Anregung durch Fahrgäste startet der erste Bus wochentags nun bereits 5 Uhr. Auch die Linien B und E bleiben kombiniert. Die B führt von Friedeburg über den Busbahnhof, den Bahnhof über Zug nach Brand-Erbisdorf. Der Vorteil: Die Verspätungen, die im Innenstadtverkehr auftreten, können auf der Strecke in die Nachbarstadt ausgeglichen werden. Damit seien die Busfahrer weniger gestresst, sagt Tanne. Dass die Busse der Linie B nicht mehr über den Seilerberg, sondern nur noch über die Berthelsdorfer Straße fahren sollten, stand in der Kritik. Nun fährt die B stets abwechselnd über den Seilerberg und die Berthelsdorfer Straße.

Die Linie C zieht wieder einen Ring vom Busbahnhof über den Meißner Ring, Friedeburg, Wasserberg, Häuersteig und Seilerberg - und bindet nun den Bahnhof ein. Damit können die Seilerberger wieder ohne Umsteigen zum Häuersteig fahren. Sie bemängeln die derzeit fehlende Direktverbindung.

Die Linie D, die vom Busbahnhof über den Wasserberg, die Eherne Schlange zur Reichen Zeche und dann die Frauensteiner Straße hinaus fährt, verbindet nun wieder direkt den Seilerberg mit dem Friedhof. Das hatten sich etliche Anwohner gewünscht. "Wir hoffen, dass wir damit den Unmut besänftigen können", sagte Tanne. Der erste Bus startet künftig 4.17 Uhr.

Die Linie F bleibt weitgehend bestehen. Allerdings werden die Busse nicht mehr über den Forstweg fahren. "Unsere neuen Hybridbusse haben mit dem Akku auf dem Dach eine Höhe von 3,30 Meter. Sie passen damit nicht mehr unter der Eisenbahnbrücke hindurch. Die hat eine maximale Höhe von 3,10 Meter", erläutert Tanne. Ein neuer Hybridbus wurde in den Fuhrpark aufgenommen. Das Verhältnis von alten und neuen Bussen halte sich derzeit etwa die Waage. Die Altfahrzeuge würden sukzessive aussortiert, so Tanne.

Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos), der aufgrund der Kritik selbst mit dem Stadtbus mitgefahren ist und viele Gespräche mit Regiobus geführt hat, schätzt das Agieren von Regiobus: "Es ist mutig, in der heutigen Zeit, zu sagen: Wir haben es nicht optimal betrachtet. Wir gehen wieder zurück." Er sei gespannt, wie die Fahrgäste reagieren.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    Juri
    17.05.2019

    Einen Fehler einzugestehen ist mutig, da hat der OB recht. Es zeigt aber auch Größe und Verantwortungsgefühl. Das schafft Vertrauen, weckt Interesse und ermuntert zum Mittun.



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