Was Freiberg mit dem Mythos Atom verbindet

Eine Ausstellung im Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum widmet sich den Themen Radioaktivität, Uranbergbau und Endlagersuche.

Freiberg.

1921 wurde in Freiberg für die Radioaktivität die Maßeinheit Curie festgelegt. Fast 100 Jahre später ist Professor Wolfram Kudla als Mitglied der sogenannten Endlager-Kommission daran beteiligt, ein sicheres Depot für hochradioaktive Abfallstoffe zu finden. Diese thematische Klammer hat Andrea Riedel als Direktorin des Stadt- und Bergbaumuseums Freiberg am Donnerstag zur Eröffnung einer Sonderausstellung in ihrem Haus gesetzt. Die Exposition "Mythos Atom" ist bis zum 8. September zu sehen.

Als zentralen Punkt der Schau bezeichnete Dr. Rainer Karlsch, der neben Riedel als Kurator fungiert, die Geschichte der Wismut. Ihm sei wichtig zu zeigen, so der Wirtschaftshistoriker weiter, dass die Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte Radioaktivität anfänglich keinesfalls so negativ wie heute konnotiert worden sei. So habe es Uranglas und radioaktive Zahnpasta gegeben, Kurbäder warben mit der Stärke der Strahlung. Die mit der Kernenergie einhergehenden Gefahren seien erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts thematisiert worden.


Die gesellschaftspolitischen Bezüge hob Stefan Mann von der Wismut GmbH hervor. "Die Kumpel bei der Wismut waren überzeugt davon, das Beste für die Gesellschaft zu tun", sagte der Geschäftsführer. Er bedankte sich ausdrücklich bei den Machern der Ausstellung dafür, dass die Geschichte seines Unternehmens erstmals umfänglich der Öffentlichkeit präsentiert werde: "Wir hätten das als Firma nicht gekonnt."

Zu der Geschichte gehören auch Geheimdienst-Aktionen, Verhaftungen und Todesurteile - auch daran erinnert die Ausstellung. Die Exposition ist in elf Bereiche gegliedert und deutsch sowie tschechisch beschriftet - ab Oktober 2019 soll sie im Regional- und Kunstmuseum Most gezeigt werden, wie dessen Direktor Michal Soukup ankündigte. Interesse gebe es auch in Karlovy Vary, Bochum und Goslar, so Riedel.

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