Was im Sommer auf den Beeten blüht

Der Geringswalder Gärtnermeister Falk Horn lässt auf der Landesgartenschau in Frankenberg Blumen blühen. Die "Freie Presse" begleitet ihn und sein Team durch die Veranstaltung.

Frankenberg/Geringswalde.

Keine bunten Blüten, kein Grün - verwundert blickten etliche Besucher der Landesgartenschau in Frankenberg in den vergangenen Tagen auf die Beete gleich hinter dem Eingang des Areals Zschopauaue. Denn statt einer Blumenpracht war dort nur schwarze Erde zu sehen. Das Gartenfestival wird seit vergangenem Dienstag für den Sommer herausgeputzt. Dafür mussten die Frühblüher Platz machen. Schwerstarbeit für den Geringswalder Gärtnermeister Falk Horn und sein Team. Knapp 90 Beete müssen sie in drei Wochen neu bepflanzen.

"Das heißt, alles an Tulpen, Goldlack und Klatschmohn muss raus", sagt Horn. Die ausgedienten Zwiebeln werden dem Kompost auf Horns Gelände beigemischt, der später als Humus in der Gärtnerei an der Waldstraße in Geringswalde eingesetzt wird. Im Anschluss kommt auf den insgesamt rund 3000 Quadratmetern, für die er und sein Team zuständig sind, die Bodenfräse zum Einsatz. Dann werden die Pflanzareale mit etwa 65 Kubikmetern nährstoffreicher Erde aufgefüllt und schließlich eine Bodenprobe gezogen, um den Grad der Düngung bestimmen zu können.


In den Sommermonaten sollen auf Falk Horns Beeten mehr als 80 Pflanzensorten blühen. Wie sie auf den Beeten arrangiert und die verschiedenen Farben miteinander kombiniert werden, haben Gartenarchitekten festgelegt. Die Pflanzen hat der Geringswalder in seiner Gärtnerei gezüchtet und herangezogen. Falk Horn nennt mit Beet Nummer 84 direkt neben dem Eingang zur Zschopauaue ein Beispiel: "Auf 190 Quadratmetern bringen wir 48 Sorten unter, so zum Beispiel die Zinnia Oklahoma Scarlet mit ihren kompakten und leuchtend roten Blütenköpfen, oder auch Süßkartoffeln als Zierform." Zum Hingucker würde sich auch die Blattschmuckpflanze Sweet Caroline mit ihrem hellen, fast stechendem Grün entwickeln. Mit bis zu anderthalb Metern ragen, wenn alles fertig ist, exotisch anmutende Ziertabaksorten aus der Pflanzung, ergänzt durch Rizinus in kräftigen Rottönen. "Das Ganze ist so angelegt, dass auf jeder Ebene etwas blüht", erklärt Falk Horn. Das würde nicht nur für Lebendigkeit und Vielfalt im Beet sorgen. "Unmittelbare Profiteure sind Insekten aller Art, die sich bedienen können. Die Anlage ist so konzipiert, dass Nachhaltigkeit bei diesen Populationen ein beherrschendes Thema ist."

Geplant ist, dass der sogenannte Sommerflor bis zum Ende der Landesgartenschau am 6. Oktober in den Beeten bleibt. In den kommenden Wochen heißt es für den Geringswalder und seine Mitarbeiter daher Gießen, Verwelktes abschneiden und die Pflanzen pflegen. Doch genau wie bei Hobbygärtnern können sich auch auf der Landesgartenschau Schädlinge breit machen und Pflanzen absterben lassen. "Wir halten deshalb immer eine Reserve an Pflanzen in unseren Gewächshäusern vor, falls die Schädigungen zu groß und Pflanzen unansehnlich geworden sind", so der Gärtnermeister.


Die "Freie Presse" pflanzt mit

Was es auf der Landesgartenschau in Frankenberg zu erleben und zu entdecken gibt, zeigt die "Freie Presse" noch bis Oktober in Videos.

Redakteurin Franziska Pester hat diesen Monat zusammen mit dem Geringswalder Gärtnermeister Falk Horn auf einem Beet nahe des Haupteingangs zur Landesgartenschau gepflanzt. Auf diesen Beeten wächst unter anderem Ziertabak. Die Pflanzen blühen bis in den Herbst hinein weiß und rot. Ziertabak stammt aus Südamerika und wächst kompakt in die Höhe. Der ideale Standort für die Pflanze ist in der Sonne, aber auch im Halbschatten wächst und blüht sie noch. Der Boden sollte gut gedüngt sein, damit die Pflanze genügend Nährstoffe hat. Ziertabak ist nicht winterhart. (fpe)

Das Video können Sie im Internet anschauen.

www.freiepresse.de/lagavideo3


Tipp: Mit Pressekarte günstiger

Alle Veranstaltungen im Bereich der Landesgartenschau an zwei Bühnenstandorten sind im regulären Ticketpreis kostenfrei enthalten. Einzige Ausnahme bildet die Sonderveranstaltung "Leuchtende Gärten" im Mühlbachtal vom 20. September bis 5. Oktober.

Der Eintritt für Erwachsene kostet pro Person 16 Euro, mit einer Pressekarte der "Freien Presse" 15 Euro. Erwachsene können damit eine beliebige Anzahl eigener Kinder oder Enkel bis einschließlich 17 Jahre kostenfrei mit auf das Gartenfestival nehmen.

Tickets sind in allen "Freie Presse"-Shops erhältlich. Nur dort gibt es den Pressekarten-Rabatt.

Weitere Beiträge über die Gartenschau, die in der "Freien Presse" erschienen sind, finden Sie im Internet. www.freiepresse.de/laga2019

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