"Was Sichtbares aus dem Titel machen"

Ein Jahr Welterbe: Freibergs OB Sven Krüger über die nächsten Ziele

Freiberg.

Nach dem Jubel über den Welterbe-Titel für die Montanregion arbeiten die Erzgebirger an der Vermarktung. Wie es nach der Coronapause weitergeht, darüber hat Grit Baldauf mit Freibergs Stadtoberhaupt Sven Krüger (parteilos) gesprochen.

Freie Presse: Noch Ende Februar bezeichneten Sie 2019 als erfolgreichstes Tourismusjahr aller Zeiten für Freiberg. Die Übernachtungen waren gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent gestiegen. Nachdem Freiberg Mitte 2019 Teil des Welterbes wurde, hatten deutlich mehr Gäste in der Silberstadt verweilt. Dann kam Corona. Kann die Stadt an die Erfolge der Monate davor wieder anknüpfen?

Sven Krüger: Der Titel hat sich bereits 2019 und bis ins neue Jahr hinein in einem wachsenden Interesse für die Stadt ausgezahlt. Jetzt, nach dem Lockdown, ist das Interesse für die Stadt wieder da, die Nachfrage zieht wieder an. Da kommen die Landesausstellung ab dem 11. Juli und die Knappschaft-Sonderschau ab 4. Juli im Stadt- und Bergbaumuseum zur richtigen Zeit.

Wie geht es jetzt weiter, damit der Welterbe-Titel auch sichtbar wird in der Region?

Sowohl Welterbeverein, als auch die Mitgliedsorte und ihre Bewohner arbeiten an der Umsetzung, die coronabedingt etwas länger dauert als geplant. Die Silberbahn soll voraussichtlich ab Herbst als Kleinbahn die Stadt mit dem Bergbaugelände Reiche Zeche verbinden, der Bergbaulehrpfad entlang der Strecke und der Silberlehrpfad in der Innenstadt folgen 2021. Die Planung für die Welterbezentren, darunter das in Freiberg, soll über den Sommer so weit sein, dass im nächsten Jahr der Bau losgehen kann. Wir sind dazu mit der Silbermanngesellschaft für den Anbau ans Silbermannhaus im Gespräch. Ab Herbst beginnt die Beschilderung unter anderem entlang der Autobahnen A4 und A 72, aber auch an prägnanten Gebäuden in unserer Stadt sowie an den beiden neuen Lehrpfaden. Der Tourismusverband Erzgebirge organisiert zudem Angebote für gewerbliche Nutzer wie Hotels, sodass sie mit einem gemeinsamen Logo werben können.

Verbinden Sie mit einem Jahr Welterbe Erinnerungen abseits des Bekannten?

Das Erzgebirge ist weiter zusammengewachsen, mit den Bürgermeistern der anderen Welterbezentren-Städte Annaberg, Schneeberg, Marienberg läuft die Zusammenarbeit prima. Doch auch die Unterstützung durch den Freistaat und die Präsenz des Ministerpräsidenten ist eine Würdigung unserer harten Arbeit. Die halbe Million Euro, die der Freistaat zusätzlich ins Erzgebirge gibt, wird ins Marketing fließen.

Im riesigen Mittelsachsen erfüllt der Welterbe-Titel vor allem den Südosten mit Stolz. Wie wollen Sie die anderen Regionen erreichen?

Die Welterberegion umfasst drei Landkreise und zwei Staaten. Die Begeisterung kommt mit konkreten Projekten - ich hoffe, der Stolz wird dann auch auf die anderen mittelsächsischen Regionen übergreifen.

Wie planen Sie den Jahrestag der Titelverleihung am 6. Juli?

Das ist ein schöner Jahrestag, aber zu früh zum Jubeln. Ich bin erst zufrieden, wenn wir unsere Ziele umsetzen. Daran arbeiten wir. Zufrieden sind wir erst, wenn wir etwas Greif- und Sichtbares aus dem Titel gemacht haben. grit

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