Was Touristen verstärkt nach Freiberg lockt

Sowohl das Stadt- und Bergbaumuseum als auch die "Terra mineralia" und das Besucherbergwerk "Reiche Zeche" melden einen Gästeansturm. Experten sehen einen Grund für diesen Trend: die Qualität der Angebote.

Freiberg.

Im Freiberger Silberbergwerk "Reiche Zeche" sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 7100 Besucher begrüßt worden. Diese Zahl hat Luisa Rischer von der Bergakademie Freiberg am Dienstag genannt: "Das sind 400 Besucher mehr im Gegensatz zum Vorjahr." Wie die Pressesprecherin zugleich betont, seien dabei nur die Touristen gezählt; darüber hinaus werde das Bergwerk auch von der TU zu Lehr- und Forschungszwecken genutzt.

Ähnlich sieht es laut Rischer bei der "Terra mineralia" aus. In der Mineralienausstellung von Weltrang habe die Gästezahl Ende Juli 2019 bei rund 38.000 Besuchern gelegen. Das seien im Vergleich zum Vorjahr etwa 4000 Besucher mehr. "Wir sind mit beiden Zahlen sehr zufrieden", erklärt die TU-Sprecherin.


Im Silberbergwerk Freiberg sei die Besucherresonanz vor allem auf die gute Qualität der Führungen als auch auf das reichhaltige Tourenangebot zurückzuführen, so Rischer. Zudem gebe es durch das Projekt "Schule unter Tage" in Zusammenarbeit mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Mittelsachsen einen erhöhten Zuspruch von Schülern. Für das nächste Jahr hoffe der Förderverein Himmelfahrt Fundgrube, über den die touristische Nutzung der "Reichen Zeche" läuft, auf einen weiteren Anstieg der Besucherzahlen: Das Forschungs- und Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg ist ein Schauplatz der 4. Sächsischen Landesausstellung 2020.

In der Terra mineralia sind es laut Rischer "vor allem bereits erprobte und erfolgreiche Veranstaltungsformate", die zu steigenden Besucherzahlen führen. Als Beispiele nennt die Sprecherin die Familienführung "Nachts durchs Museum", die Ferienprogramme "Die Suche nach dem geheimen Mineraliencode" und das laufende Programm "Minecraft - Kleine Baumeister". Großen Anteil hätten aber auch die beiden Sonderausstellungen "Vielfalt zählt! Eine Expedition durch die Biodiversität" und "Gesucht und gefunden. Einzigartige Entdeckungen aus Sachsen". Darüber hinaus hätten sicher auch die Jubiläumsfeierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Mineralienschau Wirkung gezeigt und hoffentlich für einen nachhaltigen Effekt bei "Nochnicht"-Besuchern gesorgt, so die Pressesprecherin.

Das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg hatte zuvor bereits einen Rekord vermeldet. Im ersten Halbjahr dieses Jahres seien in dem Haus am Untermarkt insgesamt 9920 Besucher begrüßt worden, teilte die städtische Einrichtung mit. Das seien 83 Prozent der Gesamtbesucherzahl des Vorjahres gewesen; 2018 hätten insgesamt 11.850 Gäste das Museum besucht.

"Zu dieser positiven Entwicklung haben sicherlich die Präsentation des 'Dresdner Mars' und die neuen 'Zeitreise-Räume' in unserem Haus beigetragen. Darüber hinaus zeigt sie, dass wir auch mit unseren abwechslungsreichen und spannenden Sonderausstellungen auf dem richtigen Weg sind", hatte Museumsdirektorin Andrea Riedel dazu erklärt. Sie kündigte zugleich an, dass das Museum auch weiterhin regelmäßig Sonderausstellungen anbieten werde. Aktuell liefen die Schau "Mythos Atom" noch bis zum 8. September und "Silber. Schmiede. Kunst" bis zum 6. Oktober.

Die Hotels und Pensionen in Freiberg spüren diesen Zulauf. Die Silberstadt habe mehr Übernachtungen zu verzeichnen, verwies Sandra Eberbach von der Pressestelle der Stadtverwaltung auf neueste Zahlen des Statistischen Landesamtes Sachsen. Demzufolge habe es seit Anfang des Jahres bis Mai gab es etwa 10 Prozent mehr Übernachtungen gegeben: "Damit setzt sich der Trend, der bereits im ersten Quartal dieses Jahres zu bemerken war, fort."

"Das ist eine sehr gute Entwicklung. Während die Zahl der Besucher zum Vorjahr in etwa auf gleichem Niveau geblieben ist, sind die Übernachtungen um 3178 gestiegen", erklärte Monika Kutsche vom Amt für Kultur - Stadt -Marketing. Das bedeute, so die Sachgebietsleiterin Tourismus weiter, dass die Anzahl der Geschäftsreisenden und Touristen in etwa der des Vorjahres entspreche, aber sich die Verweildauer der Gäste erhöht habe. 2018 habe es im Zeitraum von Januar bis Mai 31.763 Übernachtungen in der Silberstadt geben. Der Vergleichswert für die ersten fünf Monate 2019 liege bei insgesamt 34.941 Übernachtungen.

Die Tourist-Information profitiert nach Angaben der Stadtverwaltung ebenfalls von dem Besucherandrang. So könne bereits jetzt ein Buchungsrekord bei Pauschalprogrammen und Aktionsangeboten festgestellt werden. Besonders beliebt seien die Kurztrips "glänzend - glitzernd - galaktisch" und "Keine Lust auf Wintersport".

Die Marketingstrategie habe sicher einen Teil zu diesem positiven Trend beigetragen, heißt es aus dem Rathaus. 2017 sei das Ziel ausgegeben worden, Freibergs Image als Silberstadt zu schärfen und damit überregional mehr Besucher anzuziehen. Besonderes Augenmerk gelte dabei der traditionsreichen Montangeschichte, die Vergangenheit und Zukunft verbinde und noch heute in Freiberg hautnah erlebbar sei. Immerhin habe die Unesco der "Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí" den Welterbe-Titel verliehen. Freiberg sei Teil dieser Region mit einer fast 1000-jährigen Bergbaugeschichte und der daraus entstandenen einzigartigen Kulturlandschaft. Am 14. September dieses Jahres werde der Titelgewinn offiziell gefeiert.

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