Weihnachtsbaum ade: Zerhacken, verbrennen, verrotten lassen?

Nach und nach verschwinden die bunten Kugeln wieder in den Kisten. Und die Bäume? Die Regeln fürs Verbrennen sind strenger geworden. Das hebt aber nicht alle an.

Freiberg.

In Neuhausen ist das "Beemelverbrennen", wie die Erzgebirger sagen, Tradition. Am 11. Januar ist es wieder soweit: Mit ein paar Stricken ziehen die Neuhausener ihre abgeschmückten Weihnachtsbäume durch den Ort bis zum Jugendclub. Rund 200 Bäume, schätzt Bürgermeister Peter Haustein, werden kontrolliert verbrannt. Seit gut zehn Jahren organisieren Faschings- und Jugendclub das Verbrennen. "Es wird immer versucht, den Haufen am Brennen zu halten, damit sich nicht so viel Rauch entwickelt", sagt Haustein. Und wenn: Im Vergleich zur Feinstaubbelastung in Großstädten an Silvester oder zum Böhmischen Nebel, der dann und wann nach Neuhausen zieht, sei der Rauch kaum der Rede wert, meint er. "Nach den Weihnachtsmärkten und Silvester kommen die Leute so im neuen Jahr noch mal zusammen. Das wird sehr gut angenommen und das behalten wir bei", sagt er.

Für Aufregung hatten die strengeren Regeln zum Verbrennen von Pflanzenresten gesorgt: 2019 ist mit dem neuen sächsischen Kreislaufwirtschafts- und Bodenschutzgesetz die Pflanzenabfallverordnung außer Kraft getreten. Damit sind Brauchtumsfeuer nur genehmigungsfähig, wenn sie von örtlichen Glaubensgemeinschaften, Organisationen oder Vereinen ausgerichtet werden und bei einer öffentlichen Veranstaltung allgemein zugänglich sind, heißt es aus dem Landratsamt. Die Veranstaltung müsse wiederkehrend, von kommunaler Bedeutung und bei den Einwohnern fest verankert und gut besucht sein. Dabei darf lediglich naturbelassenes, trockenes Holz verbrannt werden. Stadt oder Gemeinde entscheiden selbst, ob ein Brauchtums- und Traditionsfeuer genehmigt wird.

Hintergrund ist, dass Pflanzenabfälle generell nicht mehr verbrannt, sondern kompostiert oder in Wertstoffhöfen verwertet werden sollen. Wer es dennoch tut, kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro belangt werden.

Für die meisten Orte, in denen sich das Weihnachtsbaumverbrennen als Brauch etabliert hat, ändert sich de facto nichts, wenn die Regeln eingehalten werden. Sayda lädt am 12. Januar zum Weihnachtsbaumverbrennen, Krummenhennersdorf nennt es Glühweinfest, Halsbrücke lädt zum Winterfeuer, Tuttendorf zum Neujahrsfeuer; alle drei finden am 11. Januar statt. Jedoch, schränkt Andreas Beger (CDU) als Bürgermeister von Halsbrücke ein, werde es keinen Tausch "Christbaum gegen Glühwein" mehr geben: "Die Veranstalter sind über die neuen Vorschriften belehrt worden und dafür verantwortlich, sie auch einzuhalten." Die alten Bäume könnten - zerkleinert - kompostiert oder als Grünabfall entsorgt oder nach ausreichender Trocknung verbrannt werden.

In Lichtenberg hat sich das Weihnachtsbaumverbrennen nicht zur Tradition entwickelt - und wird mangels Teilnehmern und strengerer Regeln dieses Jahr nicht mehr veranstaltet. "Jeder entsorgt seinen Baum selbst", sagt Bauamtsleiter Daniel Schmieder. Viele werden den Baum zerhacken, trocknen lassen und im Kamin oder beim gemütlichen Lagerfeuer im Garten mit verfeuern, vermutet er. (mit jan/grit)

Entsorgung: Bis zum 8. Februar können Weihnachtsbäume in Mittelsachsen kostenlos bei den Wertstoffhöfen der Kreis Entsorgungsgesellschaft EKM abgegeben werden. Im Raum Freiberg sind Standorte der Wertstoffhöfe in der Kreisstadt, in Langenau und in Burkersdorf. 2018 kamen über die mittelsächsischen Wertstoffhöfe rund 40 Tonnen Weihnachtsbäume zur Entsorgung.

In Freiberg und den Stadtteilen Zug, Kleinwaltersdorf und Halsbach werden die Bäume an den Sammelplätzen der DSD-Altglassammelcontainer abgeholt und entsorgt. Abgeholt werden die Bäume am Montag, 6. Januar/Dienstag, 7. Januar sowie am Montag, 20. Januar/Dienstag, 21. Januar.


Wann und wie entsorgen Sie Ihren Weihnachtsbaum?

Heiko Ellmann, 44, aus Gränitz: Ich haben meinen Weihnachtsbaum ein Wochenende vor Weihnachten aufgestellt, abgeschmückt wird er am 10. Januar und dann kommt er auf den Dachboden. Wir haben keinen echten Baum. Vor dem Jahr 2000 kauften wir Nordmanntannen oder Blautannen, die haben wir dann im Ofen verbrannt. (smc)


Marion Zech, 65, aus Freiberg: Wir stellen unseren Weihnachtsbaum ganz traditionell am vierten Advent auf. Abgeschmückt und rausgeräumt wird er am 7. Januar. Mein Mann schneidet mit einer Gartenschere die Zweige ab, diese zerhäckseln wir. Der Stamm des Baumes leistet noch gute Dienste als Feuerholz. (smc)


Sebastian Liebscher, 33, aus Freiberg: Unser Weihnachtsbaum steht seit der zweiten Dezemberwoche. Da habe ich mehr davon und es kommt Weihnachtsstimmung auf. Am Sonntag wird er abgeschmückt, in eine Decke gewickelt und im Garten abgelegt. Später bringe ich ihn zum Wertstoffhof. Die Entsorgung ist kostenfrei. (smc)

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