Weihnachtsmärkte: Ungewissheit ist groß

Einige Orte halten an ihren Plänen fest, andere sagen ab. "Freie Presse" hat sich in Städten und Gemeinden umgehört.

Freiberg.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, seit Wochen wird Weihnachtsgebäck in Supermärkten verkauft und die festliche Jahreszeit naht. Zeitgleich steigen die Zahlen der Corona-Infektionen, sodass in kurzen Abständen neue Vorschriften beschlossen, andere wiederum aufgehoben werden. Für die Städte und Gemeinden stellt das eine große Herausforderung in der Planung der diesjährigen Weihnachtsmärkte dar. Viele Orte Mittelsachsens halten dennoch an der Tradition fest und haben Konzepte entwickelt, um Weihnachtsmärkte unter Einhaltung der Hygienevorschriften durchführen zu können.

Die erste Absage im Landkreis hat es in dieser Woche in Lichtenberg gegeben. Die Gemeinde hat sich entschieden, auf den Weihnachtsmarkt zu verzichten. Der Grund ist neben dem hohen Infektionsrisiko auch, dass bereits mehrere Mitwirkende signalisiert haben, sich in diesem Jahr nicht beteiligen zu wollen. Dennoch befindet sich die Stadt laut Bürgermeisterin Steffi Schädlich in weiteren Planungen: "Wir überlegen derzeit, ob und wie wir etwas nur für Kinder machen können."

Für den Christmarkt in Freiberg gibt es bisher kein Aus. Der 31. Christmarkt soll nach bisherigem Stand in diesem Jahr an zwei Standorten stattfinden. Neben dem Obermarkt verwandelt sich erstmals auch der Untermarkt zur Weihnachtswelt, um vorgeschriebene Abstände einzuhalten und die Stände zu entzerren.

In anderen Orten, in denen der Weihnachtsmarkt zur Tradition gehört, befinden sich die Planungen derzeit in der Schwebe. Ob und in welcher Form Ideen umgesetzt werden können, hängt vom weiteren Infektionsgeschehen und den Vorgaben von Bund, Ländern und dem Landkreis ab. Die Gemeinden haben die Flinte noch nicht ins Korn geworfen und bereiten die Märkte vor: In Augustusburg, Brand-Erbisdorf, Döbeln, Flöha, Frankenberg, Frauenstein, Geringswalde, Hainichen, Hartha, Leisnig, Mittweida, Oederan, Penig, Reinsberg, Sayda und Waldheim laufen derzeit die Planungen. Absagen haben die Gemeinden noch keine erteilt. Auch der Veranstalter der Rochlitzer Schlossweihnacht hält an seinen Plänen fest.

Mit der Unterzeichnung der Händler-Verträge wollen die Organisatoren abwarten. Zu hoch ist das Risiko, dass die Märkte möglicherweise abgesagt werden müssen. In Döbeln (Niedermarkt), Frankenberg (Zschopauaue), Oederan (Markt, Altmarkt und Kirche), und Sayda (Festplatz) plant man, den Weihnachtsmarkt auf mehrere beziehungsweise neue Standorte zu verlegen, um mehr Platz für Buden und Besucher zu schaffen. Vielerorts soll das Gelände umzäunt werden. Zusätzliches Personal kontrolliert an den Ein- und Ausgängen die Anzahl der Besucher. Die Organisatoren sehen von Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ab.

Garantien, dass die Weihnachtsmärkte letztendlich stattfinden dürfen, gibt es nicht. Absagen können bis zuletzt nicht ausgeschlossen werden. Die Gemeinden, Vereine, Händler und Organisatoren stellen sich daher auf spontane Veränderungen ein. Bis Anfang November sollen weitere Gespräche im Landratsamt stattfinden, auch vom Freistaat rechnen die Gemeinden bis dahin mit neuen Entscheidungen.

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