Welterbe: Linke fordern Bürgerdialog

Stadträte wollen Debatte zu Info-Zentrum

Freiberg.

Im Streit um die Zukunft des Silbermannhauses in Freiberg hat die Fraktion Die Linke das Agieren der Rathausspitze als demokratieschädlich kritisiert. Fraktionschefin Dr. Ruth Kretzer-Braun bezieht sich auf eine Anfrage in der Bürgerfragestunde der jüngsten Stadtratssitzung. Darin ging es um die Auseinandersetzung zwischen Stadt und Silbermanngesellschaft zur möglichen Unterbringung des Weltkulturerbe-Informationszentrums im Silbermannhaus am Schlossplatz.

Die Antworten von Baubürgermeister Holger Reuter bezeichnet Ruth Kretzer-Braun in einer am gestrigen Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung "mehr als unkonkret, abwehrend, von vorgebrachter unakzeptabler Geheimniskrämerei geprägt sowie dem berechtigten Anliegen der Fragestellerin unwürdig". Als amtierender Rathauschef hatte Holger Reuter erklärt, die Stadt sei lösungsorientiert auf der Suche. Dabei gehe es darum, das Problem in beiderseitigem Einvernehmen zu lösen. Reuter verwies auf die laufende Suche: Teilergebnisse wolle er nicht vorstellen, da noch keine Planung vorläge, keine Kosten feststünden und keine Entscheidungen gefallen seien. Und er versicherte: "Sobald sich etwas aufzeigt, werden wir die Öffentlichkeit in Kenntnis setzen."

Ein derartiger Umgang mit Problemen, die die Freiberger öffentlich kontrovers diskutieren, werde noch mehr dazu beitragen, dass das Interesse zur Mitwirkung, Ideenfindung und aktiven Mitgestaltung der Bürger an kommunalen Themen abnehmen wird. Auch eine Linke-Anfrage sei unzureichend beantwortet worden, kritisiert Kretzer-Braun.

Die Mitglieder der Fraktion Die Linke/Haus-Grund sind der Auffassung, dass bei diesem wichtigen, bereits in der breiten Öffentlichkeit diskutiertem Thema jede weitere Geheimniskrämerei fehl am Platze sei. Alle Bürger hätten Anspruch auf Auskunft zu aktuellen, im öffentlichen Interesse stehende Themen.

Für den Weltkulturerbe-Stützpunkt indes muss es nach Auffassung der Linken gelingen, eine separate Stätte zu finden, die von der Bevölkerung akzeptiert und mitgetragen wird. Dafür sei es unerlässlich, dass die Bürger einbezogen und regelmäßig informiert würden und die Silbermanngesellschaft auch in Zukunft dort zu finden sei, wo sie hingehöre, in das Silbermannhaus. (grit)

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