Welterbe-Macher jetzt im Bergkittel

Helmuth Albrecht ist als Ehrenbergmann geehrt worden. Der Hochschullehrer der Bergakademie hat schon die nächste Aufgabe im Kopf.

Freiberg/Annaberg.

Stimmungsvolle Zeremonie an geschichtsträchtigem Gedenktag: der Freiberger Hochschullehrer Helmuth Albrecht ist in Annaberg-Buchholz mit dem Titel Ehrenbergmann des Silberbergwerks "Im Gößner" geehrt worden. Am Barbaratag, dem Erinnerungstag an die Schutzpatronin der Bergleute, erwiesen die Initiatoren der vom Erzgebirgsmuseum angeregten Ehrung dem Professor an der TU Bergakademie Freiberg als Impulsgeber und tatkräftigen Macher des Unesco-Welterbe-Projekts Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ihre Reverenz.

Angesichts der erfolgreichen Bewerbung hatten die Gastgeber den diesjährigen Festtag unter das Leitmotiv des Welterbe-Ereignisses gestellt und rückten speziell die in die Erbeliste aufgenommenen Sachzeugen und Sehenswürdigkeiten der Bergstadt in den Blickpunkt.

Geologe und Regionalplaner Jens Uhlig würdigte als Laudator die Verdienste Helmuth Albrechts um dieses ehrgeizige Vorhaben. "Sie haben das Potenzial der Montanregion erkannt und sich für die Bewahrung des bergbaulichen Erbes im Erzgebirge verdient gemacht. Sie waren der Spiritus Rector, der die Erzgebirger ermutigt hat, diese Idee umzusetzen."

Ungeachtet vieler Skeptiker und erheblichen Gegenwindes habe der 64-Jährige unbeirrt als Kopf des Projektes daran festgehalten und es verstanden, zunehmend Mitstreiter zu begeistern. Dabei habe es gerade gegolten, wichtige Entscheidungsträger in Sachsen, allen voran die Dresdner Ministerriege, dafür zu erwärmen. Einem Wanderprediger gleich sei Albrecht binnen zwei Jahrzehnten in 40 Städten und Gemeinden, aber auch in Fachgremien, Vereinen und Unternehmen beiderseits der Grenze vor Ort gewesen, um unerschütterlich Basisarbeit zu leisten. Sein Anliegen sei es immer gewesen, die Einheimischen mitzunehmen. Die befürchteten durchaus, durch den Welterbetitel sich etwa noch stärkeren Auflagen durch den Denkmalschutz gegenüberzusehen. Nicht von ungefähr sei damals spöttisch von einem Vorhaben unter der Käseglocke gesprochen worden.

"Professor Albrecht hat mit seinem Team der TU Bergakademie die fachliche Grundlage für die Bewerbung gelegt, alle Standorte begutachtet und die entsprechenden Planungsunterlagen erarbeitet. Die waren an manchem Standort schon mal 300 Seiten stark. Ohne diesen Bergbauenthusiasten wäre uns dieser Erfolg nicht gelungen", so Jens Uhlig. Der zollte dem neuen Ehrenbergmann seinen Respekt, auch in schwierigen Etappen, gerade in der Phase der nochmaligen Überarbeitung der Unesco-Dokumente, die Geduld bewahrt und die Mitstreiter weiter motiviert zu haben. "Sie waren für uns Erzgebirger der richtige Mann am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt."

Helmuth Albrecht zeigte sich von der Ehrung angetan und freute sich über die das Erzgebirge verkörpernde Ehrengeschenke, allen voran ein Schwibbogen und ein von Frank Roch detailgetreu nachgebautes Geleucht, das sich in die private Sammlung von Bergbauzeugnissen des Ehrenbergmanns einordnen wird. "Den Welterbetitel zu erringen, war der erste Kraftakt. Damit ist es nicht getan. Jetzt stehen wir alle vor einer neuen Aufgabe: Welterbe zu sein. Den Titel gilt es mit Leben zu erfüllen und da bedarf es umso mehr der Mitarbeit der Einheimischen", zeigte sich Albrecht bereits am Ehrentag wieder als Motivator.

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