Wenn der alte Deutz anrollt

Historische Anlagen sind in Großschirma, Freiberg und Oberschöna zu sehen - und die Menschen, die sich dafür einsetzen.

Großschirma/Freiberg.

Die Friedrich August Schmiede in Großschirma läutet bereits am heutigen Freitagabend den diesjährigen Denkmaltag ein. "Passend zum Thema 'Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur' wird der Film 'Heißer Sommer' auf dem Freigelände gezeigt", kündigt Mitinhaber Tim Meyer an. Vor dem Kultfilm stimmen ab 18 Uhr DJ Fire Entertainment und feenhafte Beleuchtung zum Sommernachtstanz ein.

Für den Denkmaltag selbst am Sonntag haben sich ab 10 Uhr in der ehemaligen Schmiede im Münzbachtal 1 von Großschirma unter anderem Filmchronist Hans-Werner Thümmrich, Schmiedemeister Josef Doczi und Dreiradsammler Jonny Lasch angesagt. Letzterer sammelt seit 2016 auch Geld für die ambulanten Kinderhospizdienste in Dresden und Chemnitz, die auch für Mittelsachsen zuständig sind. Darüber hinaus präsentieren sich Holzkünstler Ronny Becker, das Modeatelier Machalat und die Freiberger Münzfreunde.

Für Oldtimerfans dürfte die Technikausstellung an der Schmiede von besonderem Interesse sein. Gunther Zschommler beispielsweise präsentiert einen Deutz-Traktor F1 M414 aus dem Jahr 1937 mit 11 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von acht Stundenkilometern. "Bereits mein Großvater hat 1958 unsere ältere Deutz aus der Verwandtschaft erworben, also deutlich vor meiner Geburt", erinnert sich der Großschirmaer. Die Beschaffung von Originalersatzteilen sei zu DDR-Zeiten sehr schwierig gewesen und so sei improvisiert worden. "Wir haben als Kinder damit unsere Fahranfänge gemacht und vom Großvater manchen Rüffel bekommen, wenn es nicht so klappte", so der Landwirt. Darüber hinaus wartet die Schmiede wieder mit Musik von Rollsplitt, Medaillen prägen, Hüpfburg, Kinderschminken und vielem mehr für Klein und Groß auf.

Historische Technik gibt es am Sonntag auch wieder in Oberschöna zu sehen. Die Interessengemeinschaft Dampflokomobile führt von 10 bis 16 Uhr an der Dorfstraße 15 ihr Unikum vor. "Im Gegensatz zu einer Dampfmaschine ist das Ganze so konstruiert, dass es notfalls umgesetzt werden kann, also mobil ist", erläutert Rolf Tzscharschuch eine Besonderheit des 40 PS starken Kolosses. Die Maschine ist 109 Jahre alt und hat bis 1966 die ehemalige Holzwarenfabrik Abendroth mit Strom versorgt. Erst 2005 war sie wiederentdeckt worden; Enthusiasten haben sie wieder flott gemacht.

Wer wissen möchte, wie es unter dem Dach des Freiberger Rathauses aussieht, hat dazu ebenfalls am Sonntag Gelegenheit. Die Stadtverwaltung beteiligt sich von 10 bis 17Uhr am Tag des offenen Denkmals. Wie Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) ankündigt, werden dabei unter anderem Keller und Dachstuhl gezeigt. "Wer mit hoch will, muss gut zu Fuß sein - da ist Klettern angesagt", wirbt das Stadtoberhaupt für die stündlichen Führungen ab 10.30 Uhr.

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