Wenn die Alarmsirenen schrillen

Hier steht, was wirklich wichtig ist. Heute: Warum nicht nur bei der Feuerwehr Alarmstufe Rot herrscht ...

Heute um 11 Uhr ertönen in Mittelsachsen alle Alarmsirenen zur Probe. Dabei soll auch das Signal "Warnung der Bevölkerung" propagiert werden. Wenn es ertönt, sollte man das Radio einschalten. Empfohlen wird der MDR - allerdings kommen dort nur im Ernstfall Informationen, heute nicht. Heute gibt es in der Zeit Ausflugstipps im Radio.

Ein Tipp wären die Ostdeutschen Krimi-Tage, die noch bis 16. Juni laufen. Eröffnet wurden sie in der Freiberger Bibliothek im Kornhaus - allerdings ohne Blaulicht und Polizeisirenen. Wenn wir schon beim Thema "Ausflug in die Kriminalität" sind: Auch in der "Terra mineralia" im Schloss Freudenstein ertönen keine Alarmsirenen, obwohl dort in der Schau "CSI Freiberg" ein Mörder gesucht wird. Natürlich geht es nicht um einen echten Mord, mit der Aktion will man mehr Besucher in die Schau "Seltene Erden" locken. Ob der angebliche Mörder nun der Gärtner war, soll hier aber nicht verraten werden.


Wie in einem Horrorfilm fühlt man sich derzeit im Brand-Erbisdorfer Stadtteil Gränitz - zumindest was die Anzahl der Kameraden in der freiwilligen Feuerwehr betrifft. Es sind noch ganze drei Leute aktiv. Da brennt es sozusagen gewaltig, es herrscht Alarmstufe Rot, und es bleibt nur die Hoffnung, dass es dort nicht wirklich brennt, bis eine Lösung gefunden worden ist. Da läuten die Alarmglocken gewaltig.

Früher wurde Alarm ja auch mit den Kirchenglocken gegeben. Wohl der Gemeinde, die heute noch Kirchenglocken hat. Bieberstein gehört wieder dazu. Zur altehrwürdigen, nun reparierten Hilliger-Glocke von 1475 sind zwei neue, vom Hilliger-Verein gegossene Glocken dazugekommen. Wenn dieser Dreiklang zu Pfingsten zum ersten Mal öffentlich zu hören sein wird, handelt es sich nicht um einen Alarm, sondern eher um eine Art Jubelarie.

Im Gotteshaus von Helbigsdorf gab es kürzlich Alarm. Allerdings handelte sich um eine Übung. Um diese realistischer zu gestalten, hatte man im Kirchturm eine Nebelmaschine angeworfen. Dass jemand die dort befindliche Silbermannorgel so heftig gespielt hat, dass Rauch aufstieg, ist nur ein Gerücht ...

Kein Gerücht ist, dass im Keller einer Niederbobritzscher Gaststätte ein kleines Kraftwerk steht. Das könnte im Falle eines Netzausfalls Strom liefern, sodass die Alarmsirenen nutzbar blieben. Auch in anderen Gemeinden wurde in Notstromaggregate investiert, obwohl das gewissermaßen die demografische Entwicklung auf dem Lande noch verschlechtert. Eigentlich müssten hier die Alarmglocken schrillen und man sich auf die alte New Yorker Methode besinnen. Dort fiel im November 1965 der Strom aus, und siehe da: Neun Monate später kam es der Legende nach zu einem wahren Babyboom in der Stadt. In Freiberg steigen die Geburtenzahlen aber auch ohne Stromabschaltung.

Ob das Glockenspiel im Rathausturm Johann Sebastian Bachs Kaffeekantate spielt, wenn der Oberbürgermeister eine Wette verliert, weiß man nicht. Es geht darum, dass das Stadtoberhaupt Fußbälle an eine Kindertagesstätte spendet, wenn die Freiberger Einwohner es schaffen, an zwei Tagen im Juni mindestens 1500 Tassen fair gehandelten Kaffee zu trinken. Dem Vernehmen nach will der Oberbürgermeister die Wette sogar verlieren. Es wird schon schiefgehen, also im Sinne aller Beteiligten. Alarm gäbe es wohl nur, wenn man bei der Sache etwas verwechselt hätte: Die Freiberger spenden Fußbälle für den Nachwuchs und der OB müsste dann 1500 Tassen Kaffee trinken. Aber das hielte der stärkste Beamte nicht aus und wäre Grund für einen Notfallanruf.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...