Wenn Mundart auf Reisen geht

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Auch in der Ferne ist der Erzgebirger heimatverbunden. Ob beim Kofferpacken, beim Flug oder am Strand - Mundartworte sind immer dabei. Genau diese sind 2021 gesucht. Ein Stück Vorfreude.

Annaberg-Buchholz.

Ostern, da sind in besseren Zeiten viele Erzgebirger schon zum zweiten Mal im Jahr in den Urlaub aufgebrochen. Entweder gleich um die Ecke in Deutschland oder auch in die weite Welt: uf en Barg kraxeln, in Fluten neisterzen oder efach am Strand rimdambern.

Corona dürfte aber auch dieses Jahr den meisten bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Vielleicht kann jetzt die fünfte Auflage der von "Freie Presse" und Erzgebirgsverein initiierten Suche nach dem Erzgebirgischen Mundartwort ein bisschen Vorfreude wecken. Denn gesucht werden 2021 Begriffe rund ums Thema Reisen und Erzgebirgisch in der weiten Welt - angefangen von A wie Aziehzeich (für den Strand) über B wie Bemmbüchs (für den Snack unterwegs) bis Z wie zammnamsch (etwa wenn's ums Sparen für die Flugreise geht).

Doch nicht nur das. Gesucht werden auch die schönsten Urlaubs-Episoden, wie erzgebirgisches Vokabular in der Ferne zu Missverständnissen, Erheiterungen oder vielleicht auch unvergesslichen Momenten führte. Aber vielleicht haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, ja auch Freunde, Bekannte und Verwandte in der weiten Welt, die das Erzgebirgische lieben und gern Mundartworte verwenden.

Carmen Krüger, Wettbewerbsmitorganisatorin vom Erzgebirgsverein, hat da gleich ein Erlebnis aus Philadelphia (US-Bundesstaat Pennsylvania) parat: Als sie 1992 mit der Ehrenfriedersdorfer Erzgebirgsgruppe erstmals nach der Wende in den Staaten zu Besuch beim dortigen Erzgebirgsverein war, habe sie es bei einem Waldspaziergang zunächst Hochdeutsch versucht: "Guckt mal, da steh'n ja Pilze." Doch die deutschstämmigen amerikanischen Erzgebirgsfreunde verstanden offenbar nur Bahnhof.

Erst als sie sagte "Schwamme", habe es ein großes Hallo gegeben. "Da finden sich garantiert noch viele Beispiele", ist sich die Ehrenfriedersdorferin sicher und verweist auf den erzgebirgischen Joachimstaler. Als Dollar ist er heute nicht nur weltbekannt, sondern auch in vielen Geldbörsen.

Und wie wird das Siegerwort in diesem Jahr ermittelt? "Wie gehabt", erklärt Carmen Krüger. Nach Einsendeschluss am 1. September 2021 tagt die Mundart-Jury. Diese wird bis Oktober aus den Zusendungen zunächst wieder die Top Zehn ermitteln. Unter diesen küren dann die Erzgebirger das Mundart-Siegerwort 2021.

Und das werde dann hoffentlich wieder bei einer großen Fete präsentiert, hofft Carmen Krüger. Schließlich soll dann ja auch der Erzgebirgshit aus dem vergangenen Wettbewerbsjahr erstmals öffentlich erklingen.


So läuft's 2021

Ihr Lieblingswort in erzgebirgischer Mundart zum Themenbereich Reisen - egal ob in die Nähe oder in die weite Welt - aber in jedem Fall mit kurzer hochdeutscher Übersetzung sowie Ihre Kontaktdaten senden Sie entweder an: "Freie Presse", Lokalredaktion Annaberg, Markt 8, in 09456 Annaberg-Buchholz oder via E-Mail an: red.annaberg@freiepresse.de.

Einsendeschluss ist der 1. September 2021. Der Teilnehmer erklärt sich gegenüber der CVD GmbH & Co. KG einverstanden, dass seine Zusendungen kostenfrei veröffentlicht werden können in gedruckter wie digitaler Form. (alu)


Die bisherigen Mundart-Siegerworte seit 2017

Seit vier Jahren gibt es die gemeinsame Suche von "Freie Presse" und Erzgebirgsverein nach dem Erzgebirgischen Mundartwort.

2017 bekam "Sperrguschn", das Wort fürs allwissende Plappermaul, den meisten Zuspruch.

2018 kochte "kabsch" die Wortkonkurrenz ab.

2019 gewann das Wort "Lorks", was nicht etwa minderwertig war, sondern Mundartfreunde begeisterte.

2020 lag "dampern" in der Publikumsgunst vorn. (alu)

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