Wer Sachsen kennen will, muss Freiberg gesehen haben

Mit diesem Spruch warb der Fremdenverkehrsverein der Bergstadt erstmals 1926. Damals begann seine Geschichte, die zwischen Kriegsende und Mauerfall zunächst abbrach. Seit 30 Jahren sind die Mitglieder wieder aktiv, und halten das Motto weiter am Leben.

Freiberg.

Der Fremdenverkehrsverein Freiberg ist in diesem Monat 30 Jahre alt geworden. Das ist eine gute Nachricht und vor allem ein schönes Jubiläum. Doch die Geschichte des Vereins reicht eigentlich noch deutlich weiter zurück. Sie begann nämlich bereits im Jahr 1926.

Damals gründete sich der Verein im November und warb für die Stadt mit dem Spruch "Wer Sachsen kennen will, muss Freiberg gesehen haben!" Nicht selten, dass dieser Slogan auch heute noch Verwendung findet, mit ebensolcher Berechtigung wie ehedem.

In den Jahrzehnten zwischen Kriegsende und Mauerfall verschwand der Verein jedoch. Und erst im Jahr 1990 sollte er seine Wiederbelebung erfahren. "15 Bürgerinnen und Bürger hatten sich im Cotta-Club getroffen, um einen Verein zur Förderung des Besucherverkehrs zu gründen", schildert es Rainer Bruha, heute Vorsitzender des Vereins. Er selbst war damals noch nicht zugegen, als Michael Gerats zum ersten Vorsitzenden, Dieter Brautzsch zum Geschäftsführer und Brigitte Heinrich zur Schriftführerin gewählt wurden. Unter der Eintragung in das Vereinsregister des Kreisgerichts Freiberg, datiert auf den 10. Juli 1990, prangt noch ein Stempel mit DDR-Emblem.

Die Aufgaben des Vereins unterscheiden sich im Wesentlichen kaum von denen seines Vorgängers von 1926. Die Mittel und Wege haben sich geändert, doch in erster Linie geht es immer noch darum, Besuchern der Silberstadt Angebote zu unterbreiten, mit denen sie Freiberg besser kennenlernen und erleben können.

Informationsblätter werden herausgegeben, historische Gebäude zugänglich gemacht und Exkursionen ins Umland veranstaltet. Zu Letzteren gehören die alle zwei Jahre stattfindenden Bergbauhistorischen Wanderungen, bei denen Interessierte an die Stätten des Weltkulturerbes Montanregion Erzgebirge kommen. Diese Veranstaltungen liegen in der organisatorischen Obhut des stellvertretenden Vereinschefs Jens Grigoleit. Diverse Filme sind produziert und auf DVD erschienen, ein Verdienst von Mitglied Birgit Landherr, Beschilderungen angebracht, Modelle von Sehenswürdigkeiten in Auftrag gegeben und man brachte sich stark in die Restaurierung der Freiberger Fürstenbilder im Rathaus ein.

Die Betsäule am Albertpark oder die Postmeilensäulen ständen ebenfalls ohne den Fremdenverkehrsverein wohl nicht so schön und stolz da. Und am Donatsturm konnte erst kürzlich eine schön gestaltete Freifläche eingeweiht werden, wo vorher nur Schotter lag.

Herzensprojekt der Gegenwart ist jedoch die Wiederherstellung des Horndenkmals, die gemeinsam mit der Stadt Freiberg und der Firma Steinrestaurierung Neubert aus Halsbrücke betrieben wird und die sichtbar voranschreitet. Hinzu kommt der alljährliche Frühjahrsputz im Turm der Petrikirche. Die Konzipierung und Durchführung zahlreicher Stadtführungen ergänzen das Programm.

Nimmermüde arbeitet der Verein weiter, blickt nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn. "Geplant ist die Einbringung der Vereinsarbeit in das Gesamtprojekt Welterbe", so Rainer Bruha. Hinzu kommt, dass man eine deutlich intensivere Zusammenarbeit mit dem Freiberger Amt für Kultur-Stadt-Marketing anstrebt. Als Mitglied im Tourismusverband Erzgebirge, dem Förderverein Montanregion und weiterer Organisationen ist man gut vernetzt. Der Welterbetitel und die daraus resultierenden Entwicklungen stellen in der nahen und ferneren Zukunft neue Herausforderungen dar. Gerne, so Rainer Bruha, hätte man das Jubiläum schön gefeiert. Die gegenwärtige Situation verhinderte dies. Doch kann man das ja nachholen. Und schön wäre es außerdem, wenn sich zahlreiche Freibergerinnen und Freiberger für ihre Stadt im Rahmen des Fremdenverkehrsvereins engagieren würden.

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