Werkstatt-Treff zieht in ehemaliges Lokal

Die frühere Gaststätte "Wartburg" ist vollkommen umgestaltet worden. Das neue Domizil des CJD mit Jugendzentrum wurde am Dienstag offiziell eröffnet.

Freiberg.

Als ruhmreichste ihrer Art in Freiberg ist die frühere Gaststätte "Wartburg" an der Berthelsdorfer Straße eher nicht in die Geschichte der Stadt eingegangen. Mit einem Schmunzeln im Gesicht sagte dies Tom-Hendrik Runge, Vorstand der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG), am Dienstag zur Eröffnung der jetzt völlig neu gestalteten Räumlichkeiten des ehemaligen Lokals. Dort, wo einst der Schankraum war, können nun zwei Werkstätten ihre Arbeit aufnehmen, die zum Hauptmieter des gesamten Erdgeschosses gehören.

Dieser ist das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD), das hier nicht nur den Werkstatt-Treff etabliert, sondern Flexible Ambulante Hilfen für Jugendliche anbietet. Das sind Kurse und Gesprächsrunden für junge Menschen, die auf die eine oder andere Art und Weise mit dem Gesetz in Konflikt kamen. "Zwischen 70 und 80 von ihnen werden pro Jahr zu uns geschickt", sagt Sozialpädagogin Kerstin Braun, die gemeinsam mit Bernhard Wolf und Heiko Arnold die Verantwortung trägt. Soziales Training wird hier ebenso angeboten wie ein Anti-Gewalt-Kurs, Schulungen zum Täter-Opfer-Ausgleich und zur Betreuungsweisung. In den Werkstätten kann man gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten.

Die hinteren Räume werden für die Kurse bereits genutzt. Nun sind auch die Werkstätten, eine für Holz, eine für Fahrräder, nutzbar. Geplant ist, dass ab Januar stets am Montag von 15.30 bis 17.30 Uhr gemeinsam repariert werden kann, seien es Drahtesel oder Möbel. Für Letzteres sind Daniel Göpfert und Gert Novak zuständig, für die Räder André Kluge. Alle drei engagieren sich hier seit Jahren ehrenamtlich.

Diese Werkstätten waren zuvor in der Himmelfahrtsgasse ansässig. "Da hat man uns aber nur schwer gefunden", so Kluge, der froh ist, dass alle gemeinsam in die Bahnhofsvorstadt gezogen sind. Die Kursangebote reisten von der Leipziger an die Berthelsdorfer Straße. "Die Idee dazu kam bei einem Gespräch zum Abschied von Birgitt Pasternak als Chefin des Mehrgenerationenhauses", erinnert sich Tom-Hendrik Runge, dessen SWG das Gebäude seit Jahrzehnten im Bestand hat. "Sie sagte damals, das einzige, was sie in ihrer Amtszeit nicht geschafft habe, sei es, die Situation für den Werkstatt-Treff zu verbessern." Da man schon lange nach einer Lösung für das Haus Berthelsdorfer Straße 58 suchte, war sie nun endlich gefunden.

Insgesamt 120.000 Euro nahm man für die Sanierung der heruntergekommenen Kneipenräume in die Hand, wobei 50.000 Euro Förderung aus dem Bundesprogramm "Land(auf)-Schwung" kommen. Geschaffen wurde damit eine für die Zwecke perfekte Einrichtung. Die Werkstätten sind für alle Interessierten nutzbar.

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