Wetterkapriolen setzen Blumenparadies in Mittelsaida zu

Nach Hitze kam Hagel: Günter Oehme hat rund 70 Prozent seiner Pflanzen eingebüßt. Trost sind nun Tomaten und Gurken.

Mittelsaida.

Wenn er seine Zierpflanzen anschaut, dann möchte Günter Oehme am liebsten weinen. Eigentlich erfreut sich der 77-jährige Hobbygärtner aus Mittelsaida bis Ende September an seinen Begonien, Fuchsien, Dahlien und Petunien vor und um sein Haus. Viele Einwohner und Gäste kommen extra hierher, um sich die Blütenpracht zu bestaunen.

Doch in diesen Tagen ist alles anders. Ein Hagelschlag hat rund 70Prozent seiner Pflanzen zerstört. Auf dem Boden lagen die Blüten danach rund zehn Zentimeter hoch. "Zwei große Schubkarren voller Blütenblätter musste ich wegfahren", schildert Günter Oehme. Hatte er vor kurzem noch täglich rund 100Gießkannen aus dem hauseigenen Brunnen zum Bewässern seiner Pflanzen gebraucht, sei jetzt nur noch ein Drittel davon notwendig. "Der Hagel hat viele Pflanzen in einen schlechten Zustand versetzt, sehr viele sind sogar eingegangen", berichtet er.

Dem Hobbygärtner sei finanzieller Schaden entstanden, der sich in Euro schlecht beziffern lasse, resümiert er enttäuscht. "Viele Pflanzen kommen nicht wieder, die muss ich nächstes Jahr neu kaufen." Zudem seien im Garten die Birnen und Pflaumen vom Baum gepurzelt. Zehn Eimer voll musste Oehme schon kompostieren "So einen Hagelschaden habe ich nur noch einmal in meinen Anfangsjahren in den 80er-Jahren erlebt", erzählt der Mittelsaidaer.

Dieses Jahr sei vom Wetter her ein ganz Besonderes: Die extreme Hitze, der andauernde Sonnenschein und die Trockenheit habe viele seiner Pflanzen verbrannt. An so eine Zeit könne er sich in seiner gärtnerischen Laufbahn überhaupt nicht erinnern, sagt Oehme.

Ein schwacher Trost bleibe ihn für den Rest des Sommers. Die Tomaten und Gurken, die er in seinen Gewächshäusern zieht, seien sehr gut gediehen. Denn er habe in die zwei Gewächshaüser ein Umluft-Gerät gestellt, das kühlere Luft hinein brachte. Ernteergebnis: rund anderthalb Zentner Tomaten und über 400 Gurken. Bei den Einlegegurken seien es immerhin rund 30 Eimer geworden. Vier Eimer Bohnen ergänzen seine Ernte.

Gäste, die nun wegen des Blumenparadieses kommen, könnten stattdessen eine Gurke oder einige Tomaten gegen einen kleinen Obolus mitnehmen, erzählt der Hobbygärtner.

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