Wie das Museum die Coronapause nutzte

Das Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum tüftelte digitale Mitmach-Angebote aus. Doch das ist bei weitem nicht alles.

Freiberg.

Fast neun Wochen lang ist das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg coronabedingt geschlossen gewesen. Mitte Mai öffnete es wieder - zunächst eingeschränkt. Inzwischen gelten wieder die normalen Öffnungszeiten. Führungen, Kita-, Schul- und Hortprogramme, Vorträge und Workshops können wieder stattfinden. Auch ein Ferienprogramm gibt es im Sommer. Und laut Museumsleiterin Andrea Riedel sind im Vergleich zu Mai und Juni 2020 steigende Besucherzahlen zu verzeichnen. "Der wieder einsetzende Tourismus ist spürbar", so Riedel. Derzeit zähle das Museum im Schnitt täglich rund 25 Besucher.

Ihr Team hat die Coronazeit im Museum intensiv genutzt. So entstanden digitale Mitmach-Angebote. Das Angebot "Klecks mal!" kam Riedel zufolge besonders gut an. Die Museumswebsite mit den Anleitungen zum Gestalten von Bildern wurde über 3000-mal angeklickt. Das Angebot "Berggeister" - eine Sage mit Backrezept - sei einmalig zum Welterbetag am 7. Juni dieses Jahres veröffentlicht worden und derzeit nicht mehr abrufbar. "Eine Nachnutzung ist geplant, aber noch nicht terminiert", sagte Riedel. Weitere Angebote für die Sommer- und Herbstferien 2020 und die Winterferien 2021 seien vorbereitet worden. So werde es in den Herbstferien ein Programm rund um das Thema "Sparen" geben, in den Winterferien wiederum können Kinder kunterbunte Faschingsmasken basteln. Riedel: "Eins haben wir dabei immer im Fokus: Welche Angebote lassen sich im Falle einer zweiten Pandemie-Welle und eines erneuten Lockdowns auch digital umsetzen?"

In der Coronapause entstand ebenso das Video "Auf dem Buckel ein ganzes Bergwerk", das bereits zum Welterbetag am 7. Juni als digitales Angebot genutzt wurde. Und: Das Video wird ebenfalls einen Platz in der neuen Dauerausstellung finden. Derzeit ist es in der neuen Sonderausstellung "Vom Gnadengroschen zur Rentenformel" zu sehen.

Laut Riedel wurden beispielsweise auch für die Sonderausstellung Restaurierungen von Grafiken und Objekten beauftragt und durchgeführt. Restauriert ist beispielsweise das Knappschaftsgemälde von 1546. Das Tafelbild ist Teil der Hauptinszenierung zur Knappschaft und wird als Ensemble mit der Sammelbüchse der Hüttenknappschaft, ebenfalls von 1546, und der Knappschaftstruhe aus Clausthal im ersten Obergeschoss des Museums gezeigt.

Das Video "Auf dem Buckel ein ganzes Bergwerk" wiederum ist Teil des Wissensspiels "Renten-Rallye" und kann mit dem Smartphone per QR-Code abgerufen werden. Die Teilnehmer erhalten eine kleine Belohnung von der Knappschaft-Bahn-See, dem Kooperationspartner des Museums.

Vorbereitet wurde auch die neue Dauerausstellung. Andrea Riedel und ihr Team sichteten Exponate und Ausstellungsequipment, und feilten weiter an der Konzeption.

Neben der Säuberung des Depots wurde zudem die Sammlungsdatenbank weiter gepflegt, "um die sammlungsbasierte Forschung zu erleichtern", so Museumsleiterin Riedel. Auch seine eigene Sammlungstätigkeit setzte das Museumsteam in der Zwangspause fort.

So entstand die Initiative "Depotgeflüster". Dabei werden nicht identifizierbare Objekte aus dem Museumsdepot präsentiert - und die Öffentlichkeit wird um Hilfe gebeten. Das erste Beispiel ist eine ehe unscheinbare eiserne Maschine, deren genaue Bezeichnung und Funktion bislang im Verborgenen blieb. Originelle Idee: Als Einstieg in die Suche hat das Museum auf seiner Internetseite die beiden einstigen sächsischen Könige Georg (1902-1904) und Friedrich August III (1904-1918) belauscht. König Georg fragt Friedrich August III: "Welch' seltsam Ding steht denn da hinter Ihnen?". Und auch die Museumsmitarbeiter fragen sich, um welches "Ding" es sich denn da handelt.

Soviel steht fest: Die Maschine kam bei der Lederherstellung zum Einsatz und gelangte mit einer Schenkung ins Museum. Die genaue Bezeichnung der 55 Zentimeter breiten, 36 Zentimeter hohen und 45Zentimeter tiefen Apparatur blieb bisher ebenso verborgen, wie ihre genaue Funktionsweise. Riedel: "Wir hoffen auf Unterstützung. Hinweise werden sowohl telefonisch unter Ruf 03731-202515 als auch per E-Mail an museum@freiberg.de entgegen genommen."

Die Ausstellung und der Museumsshop des Stadt- und Bergbaumuseums am Untermarkt sind wieder für den Publikumsverkehr freigegeben. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16.30Uhr.


Machen Sie mit!

Sachsens große Tageszeitungen und die Evangelische Hochschule Dresden möchten trotz oder auch gerade in Coronakrisen-Zeiten dem Lebensgefühl von Familien in Sachsen auf den Grund gehen.

Bitte nehmen Sie sich einige Minuten Zeit, den Fragebogen zu beantworten. Ihre Meinung trägt dazu bei, Ihren Wohnort noch familienfreundlicher zu machen. Ihre Daten werden streng vertraulich behandelt und ohne Personenzuordnung wissenschaftlich ausgewertet.

Als Dankeschön für Ihre Teilnahme an der Befragung haben Sie die Möglichkeit, attraktive Preise zu gewinnen. Zu dem Fragebogen gelangen Sie, wenn Sie den Code mit dem Handy scannen oder den Kurzlink an Ihrem PC eingeben. (fp)

www.freiepresse.de/familienkompass

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.