Wie der einstige Intershop in Freiberg einmal aussehen soll

Die Sanierung des historischen Gebäudes am Petriplatz in der Altstadt läuft. Ziel: Fertigstellung im Mai. Die historische Fassade bleibt erhalten. Für die Rückfront jedoch ist eine moderne Gestaltung vorgesehen - Balkone und Lift inklusive.

Freiberg.

Bei der Sanierung des Hauses Petriplatz 3 läuft alles planmäßig. Das hat Tom-Hendrik Runge von der Städtischen Wohnungsgesellschaft Freiberg bestätigt. "Es arbeiten vor allem die Rohbaugewerke", berichtet der SWG-Vorstand weiter. Die Aktiengesellschaft, die zu 81,5 Prozent der Stadt Freiberg und zu 18,5 Prozent der Sparkasse Mittelsachsen gehört, investiere rund 1,5 Millionen Euro in das historische Gebäude unmittelbar an der Petrikirche. Die Fertigstellung des Objektes ist für Ende Mai 2019 vorgesehen.

Das Haus, das zu DDR-Zeiten auch einen Intershop beherbergt hat, in dem "Westwaren" für harte Währung verkauft worden sind, wird einer Komplettsanierung unterzogen. Die Gewerbeeinheit, die sich über das Erdgeschoss und den ersten Stock erstreckt, wird für die Mittelsächsische Kultur gGmbH hergerichtet. "Sowohl die Volkshochschule als auch das Medienpädagogische Zentrum werden in dem Gebäude ihren Platz finden", hatte SWG-Prokurist Konstantinos Apostolopoulos wissen lassen.

Ab dem 2. Obergeschoss entstünden vier großzügige, moderne Wohneinheiten, so Apostolopoulos weiter: "Die Größen der Zwei- bis Fünf-Raum-Wohnungen variieren zwischen 75 und 128 Quadratmetern." Die beiden Wohnungen im Dachgeschoss seien als Maisonettelösung geplant.

Während die Fassade zum Petriplatz hin ihr historisches Aussehen behalten soll, zieht auf der Rückseite die Moderne ein. "Alle Wohnungen werden über einen Balkon mit Blick in den Garten verfügen und sind über einen Aufzug erreichbar. Weiterhin werden im Innenhof ausreichend Stellplätze zur Verfügung stehen", blickt der Prokurist voraus.

Die Neugestaltung ist auch deshalb möglich, weil ein Brand 1979 von dem Renaissancebau nur Teile der originalen Bausubstanz übrig gelassen hatte. Neben dem Tonnengewölbe im Keller zählt dazu ein Kreuzgewölbe im Erdgeschoss. Erhaltenswert ist nach Ansicht von Denkmalschützern auch eine bemalte Decke im Obergeschoss. In dem Gebäude hatte Ulrich Rülein von Calw (1465 bis 1523) gewohnt. Er war von 1514 bis 1519 Bürgermeister von Freiberg und hat zudem Bedeutung als Universalgelehrter erlangt, der unter anderem an der Planung der Städte Annaberg und Marienberg mitwirkte und als Mathematiker, Mediziner und in der+ Montanwissenschaft tätig war. Nach ihm ist auch die Sporthalle am Meißner Ring benannt.

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