Wie sauber ist die Freiberger Mulde?

Die Wasserqualität liegt zwischen gut und mäßig, haben junge Naturschützer festgestellt - und das auch anhand von Totholz und Mückenlarven festgemacht.

Halsbach.

Konzentriert widmen sich Tilo und Jakob der Liste, die sie auf eine Holzkladde geklemmt haben. Genau beobachten sie die Natur um sich herum, machen Kreuze in bestimmten Feldern, um dann noch einmal alles zu überprüfen. Die beiden Jungen sind Junior Ranger, ausgebildet auf der Naturschutzstation Weiditz. Gemeinsam mit den Junior Rangern des Naturschutzbundes Freiberg und der Naturschutzsta- tion Töpelwinkel sind sie am Samstag an die Freiberger Mulde nahe dem Ortsteil Halsbach gekommen, um die Qualität des Flüsschens zu bestimmen und mehr über die dort lebenden Tiere zu lernen.

Einfach nur einen Becher mit Wasser herausfischen und anzuschauen, ist dafür zu wenig. Vieles muss beachtet und notiert werden. Beispielsweise, ob Tiere in Gewässernähe weiden, in welcher Menge Totholz zu sehen ist, wie nah der Wald am Fluss steht, wie hoch die Fließgeschwindigkeit ist, die Beschaffenheit des Ufers und noch allerlei mehr. Selbst Windstärke und -richtung am Tag der Messungen sind von Bedeutung. Damit für die Untersuchungen alles Nötige zur Verfügung steht, ist an diesem Tag das Planaria-Mobil der Landesstiftung für Natur- und Umweltschutz mit an die Freiberger Mulde gekommen. Der Transporter ist mit allem ausgestattet, was gebraucht wird: Bodenanalyse-Sets, Windmessgeräte, Mikroskope mit Farbkamera, Schallpegelmessgeräte, Computer.

Seit 25Jahren gibt es solche Umweltmobile in Sachsen, sagt Angelika Stahr von der Landesstiftung. Nachdem die Beobachtung der Landschaftsstruktur abgeschlossen ist, geht sie mit den Freiberger Junior Rangern ans Wasser, um mit Sieb und Topf Wasserproben zu entnehmen. "Wir untersuchen vor allem wirbellose Kleintiere, die wir finden", sagt Dorothea Hoheisel vom Naturschutzbund in Freiberg. "Sie sind der beste Indikator für die Wasserqualität." Es können sich Larven von Libellen in der Mulde finden, ebenso solche von der Zuckmücke oder von verschiedenen Fliegen. "Auch Insekten brauchen Sauerstoff", erzählt Angelika Stahr den Kindern. "Ist das Wasser schmutzig, gibt es davon zu wenig und man findet entsprechend wenig Larven."

Bei der Mulde, die sich an Halsbach vorbeischlängelt, handelt es sich, aufgrund der Haldenlandschaft links und rechts, grundsätzlich um ein zumindest leicht belastetes Gewässer. An diesem Tag werden die Kinder feststellen, dass der Nitratwert bei 25 Milligramm pro Liter liegt. "Das heißt, es ist schon ein wenig sauer", lautet Hoheisels Bilanz. "Die Wasserqualität liegt somit zwischen gut und mäßig." Es wurden viele Köcherfliegenlarven gefunden, was für halbwegs gute Werte spricht, dem entgegen stehen einige Mückenlarven, die in schlechterem Wasser gedeihen. Die gefundenen Larven konnten sich die Kinder unter dem Mikroskop sowie auf dem Bildschirm genauer betrachten. Für sie war es ein Tag voller Abenteuer und neuer Erkenntnisse.

Die Freiberger Junior Ranger treffen sich alle zwei Wochen am Mittwoch von 16 bis 18 Uhr. Nähere Informationen für Kinder, die gerne mitmachen möchten, aber auch für Erwachsene, die sich engagieren wollen, sind erhältlich per E-Mail kv.freiberg@nabu-sachsen.de.

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