Winter lässt die Muskeln spielen

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Starke Schneefälle haben am Montagmorgen im gesamten Landkreis zu Behinderungen geführt. Ein Räumfahrzeug und ein Bus wurden in Unfälle verwickelt. Im Tagesverlauf besserte sich die Lage.

Freiberg.

So schlimm wie befürchtet hat es Mittelsachsen dann doch nicht getroffen. Aber bereits die "Randerscheinungen" von Tief "Tristan", das in der Nacht zum Montag vor allem über Sachsen-Anhalt und Niedersachsen mit Unmengen von Schnee, eisigen Temperaturen und Sturmböen gewütet hatte, waren für den Landkreis kräfte- und zeitraubend. Hier ein Überblick:

Winterdienst: Alle sechs Straßenmeistereien in Brand-Erbisdorf, Hainichen, Mühlau, Freiberg, Rochlitz und Döbeln waren im Einsatz - teilweise auch die gesamte Nacht. Laut Peggy Hähnel vom Landratsamt gab es keine Straßensperrungen. Wie die Pressereferentin weiter mitteilt, seien in 24 Stunden rund 600 Tonnen Salz verbraucht worden. In Summe seien in dieser Saison bereits mehr als 11.300 Tonnen Salz ausgebracht worden.

Räumfahrzeuge: Im Einsatz waren alle 56 Fahrzeuge, darunter 32 Fahrzeuge von beauftragten Fremdfirmen, die der Landkreis vorhält. Dirk Hänel vom Straßenbetriebsdienst bedankt sich bei den über 140 Mitarbeitern für ihren Einsatz: "Das Engagement ist sehr groß." Da der Schneefall nachlässt, wird sich die Situation auf den Straßen wieder entspannen. Dennoch bereiten sich die Meistereien zum Teil auf eine weitere Nachtschicht vor.

Einsatzzeiten: Seit 3 Uhr morgens waren alle Fahrzeuge der Straßenmeisterei Freiberg unterwegs. Die Winterdienstfahrzeuge der Straßenmeisterei Brand-Erbisdorf hatten auch in der Nacht zu Montag geräumt und gestreut. Probleme habe es stellenweise durch liegengebliebene Lkw gegeben, die Straßen blockierten. Bei der Meisterei in Hainichen fällt ein Räumfahrzeug für die nächsten Tage aus: Der Unimog war beim Räumen einer Kreuzung mit einem Fahrzeug zusammengestoßen. Das Landratsamt bittet Autofahrer um Geduld. Das Rangieren an Kreuzungen dauere etwas länger; es werde bewusst in den Morgenstunden gemacht, in denen noch weniger Verkehr herrsche. Stadt Freiberg: Der Winterdienst ist in zwei Schichten gefahren, teilte das Tiefbauamt mit. Vorrangig würden die Hauptstrecken geräumt, danach die Straßen in den Wohngebieten. Um die Durchfahrtsbreiten zu gewährleisten, seien auf der Bahnhof- und der Külzstraße Halteverbote eingerichtet worden.

Bahn: Bei der Mitteldeutschen Regiobahn gab es Zugausfälle auf den Strecken nach Leipzig. Wie ein Sprecher weiter sagte, kam es unter anderem auf den Linien von Dresden nach Chemnitz zu Verspätungen.

Die Freiberger Eisenbahngesellschaft meldete dagegen keine witterungsbedingten Einschränkungen. Die Züge zwischen Freiberg und Holzhau seien im Stundentakt unterwegs, erklärte Geschäftsführerin Sandy Eyring.

Bus: Laut Geschäftsführer Michael Tanne hat das mittelsächsische Busunternehmen Regiobus am Montag alle Linien bedienen können. Am Morgen habe es wegen der Straßenverhältnisse jedoch Verspätungen gegeben. "Einige ganz wenige Dörfer, unter anderem bei Frauenstein und Leisnig, konnten auf der ersten Fahrt nicht bedient werden, da die Priorität der Winterdienste auf den Hauptverkehrsstraßen liegt", so Tanne. In den Stadtverkehren seien wegen Verspätungen einzelne Touren ausgesetzt worden, um Folgefahrten wieder fahrplangemäß anbieten zu können. Zwischen Mittweida und Frankenberg rutschte ein leerer Bus gegen 6.30 Uhr in den Straßengraben. Er musste mit schwerer Technik geborgen werden, der Busfahrer blieb unverletzt.

Krankenhaus: Die Notfallaufnahme im Freiberger Krankenhaus hatte laut Sprecherin Ulrike Träger am Montag einige wenige Sturzverletzungen: "Jedoch bei Schnee nicht in dem Maße wie bei Glatteis." Ebenso sei keine Häufung bei Verletzungen durch Verkehrsunfälle aufgetreten.

Polizei: Bis 11 Uhr waren am Montag in Mittelsachsen 13 Verkehrsunfälle gemeldet. Wie Polizeisprecherin Jana Ulbricht informiert, sei es bei Blechschäden geblieben. Wegen querstehender Lkw musste die Autobahnauffahrt Glösa von 6.30 bis 8.45 Uhr gesperrt werden. Auch wenn mit einer Normalisierung der Lage gerechnet werde, rate die Polizei Kraftfahrern, mehr Zeit einzuplanen und besonderes vorausschauend und defensiv zu fahren.

Impfzentrum: Laut René Illig vom DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen hat es am Montag nur wenige Terminabsagen aufgrund der Witterung gegeben. "Es kamen einige Leute nicht pünktlich zum Termin, aber da sind wir flexibel", so Illig. Einen geplanten Einsatz des mobilen Impfteams in einem Altenpflegeheim der Freiberger Region habe man auf Dienstag verschieben müssen, weil das dazu nötige medizinische Personal nicht zum Heim gekommen sei. (mit hh/jl/lkb)

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