Wo die Kandidaten ihre Hochburgen haben

Eine Analyse der Wahlergebnisse offenbart: Freiberg ist liberaler als sein Ruf

Freiberg.

Die Kandidaten für die Landtagswahl lieferten sich bis zuletzt einen erbitterten Wahlkampf - auch und gerade in Freiberg. Das war nicht nur spannend anzusehen, sondern mobilisierte die Menschen, zur Wahl zu gehen. Im Vergleich zu 2014 ist die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Mittelsachsen 2, der von Reinsberg im Norden bis Frauenstein im Süden reicht und neun Städte und Gemeinden umfasst, überall höher ausgefallen. In Lichtenberg liegt der Wert bei 81,0 Prozent. Der Spitzenwert - 2174 Frauen und Männer waren zur Wahl aufgerufen. 1760 gaben ihre Stimme ab. Im benachbarten Weißenborn war indes eine Wahlbeteiligung von 60,5 Prozent zu verzeichnen - der niedrigste Wert in der Region. 2018 Einwohner hätten ihre Stimme abgeben dürfen, nur 1220 machten es.

Was außerdem auffällt: Freiberg ist entgegen der landläufigen Meinung keineswegs eine AfD-Hochburg. Auch wenn die Rechtspopulisten in der Bergstadt 28Prozent bei den Zweitstimmen eingefahren haben, handelt es sich für die Partei um das schlechteste Ergebnis in der Region. Im Gegenteil: Die CDU hatte mit 30,4 Prozent an Zweitstimmen die Nase vorn. Zudem holten in Freiberg die Parteien links der Mitte ihre jeweils meisten Stimmen. Die Linke kam auf 10,3 Prozent, Bündnis 90/ Die Grünen auf 8,4 Prozent und die SPD auf 7,9 Prozent. Auch die jeweiligen Direktkandidaten hatten hier ihre Hochburgen: 14,3 Prozent der Wähler machten bei der Linken Jana Pinka ihr Kreuz und 7,6 Prozent beim Sozialdemokraten Alexander Geißler. Mit 6,0 Prozent handelte es sich auch für den Grünen Markus Scholz um sein bestes Ergebnis.

Generell schnitten die Kandidaten in ihren Heimatorten gut ab. Allen voran AfD-Mann Dr. Rolf Weigand konnte in Großschirma auf eine Hausmacht setzen. Hier holte er mit 46,5 Prozent sein bestes Erststimmenergebnis. Das spiegelt sich an den Zweitstimmen wider: Die AfD überzeugte 42,6 Prozent der Wähler von sich. Auch Holger Gustmann (Freie Wähler) konnte so punkten: In seiner Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf landete er bei den Erststimmen mit 16,4 Prozent weit vor den Konkurrenten von Linken, Grünen, SPD und FDP auf Platz3. (acr)

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