Wo die Straßen sicherer geworden sind

Rund ein Drittel der 61 Vorhaben aus dem Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Freiberg ist bereits umgesetzt. Einige Ideen sind aber auch gestrichen worden.

Freiberg.

Vier Din-A4-Seiten lang ist die Übersicht, die Freibergs Baubürgermeister Holger Reuter (CDU) in der jüngsten Sitzung des Stadtrates vorgelegt hat. Die Tabelle gibt in verkürzter Form Auskunft über die Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans, den die Stadträte vor drei Jahren verabschiedet hatten.

Unter der Rubrik "erledigt" verbucht die Stadtverwaltung unter anderem die Fußgängerinsel auf der Goethestraße in Höhe des Eingangs zum Tierpark, die Radfahrschutzstreifen auf der Chemnitzer Straße (B 173) und die Überarbeitung des Parkleitsystems. Bei anderen Projekten, denen ebenfalls die Priorität 1 - also kurzfristig zu erledigende Maßnahmen - zugeordnet worden war, baut das Rathaus jedoch weiterhin auf fremde Hilfe.


Das betrifft beispielsweise den Umbau der Einmündung der Clausthaler Straße in die Leipziger Straße (B 101) am Gewerbegebiet Nord - dafür sei das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) zuständig. Der Aufbau weiterer Fahrradständer müsse von Uni und Studentenwerk, Betrieben, Vermietern und Einzelhändlern vorangetrieben werden, und Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr oblägen dem Unternehmen Regiobus.

Allerdings sind auch einige Ideen inzwischen wieder gestrichen worden. So soll in Kleinwaltersdorf weder ein Fußweg gebaut noch Tempo 30 ausgeweitet werden. Begründung: Als Gehweg werde der Kirchsteig genutzt, der wenige Meter neben der Straße Walterstal durch den dörflichen Stadtteil verläuft. Auch für die Verbesserung der Verkehrssicherheit an der unteren Einmündung der Anton-Günther-Straße in die Chemnitzer Straße, die mittelfristig (Priorität 2) gefordert war, sieht die Verwaltung keinen Bedarf mehr. Die Schutzstreifen für Radfahrer hätten die Situation entschärft: "Es handelt sich nicht mehr um einen Unfallschwerpunkt. Deshalb werden keine weiteren Maßnahmen geplant."

Zudem wird es auch keine zusätzlichen Fußgängerinseln auf der Karl-Kegel-Straße geben. Die Maßnahme der Priorität 3 (langfristig umzusetzen) scheitere am dafür notwendigen Grunderwerb. Auf der Magistrale durch das Wohngebiet Wasserberg war bereits Tempo 30 angeordnet worden.

Stadtrat Reiner Hoffmann (SPD) bat um eine engere Zusammenarbeit mit dem Lasuv. Er regte an, die Ampelanlage an der Einmündung der Grenzstraße in die B 101 oberhalb des Gewerbegebiets Häuersteig um eine Fußgängerampel zu ergänzen. Baubürgermeister Reuter entgegnete, dass die Stadt die Kosten dafür tragen müsse und an dieser Stelle eigentlich kein Übergang über die Bundesstraße vorgesehen sei. Das Anliegen soll jetzt im Bauausschuss beraten werden.

Stadträtin Jana Pinka (Linkspartei) forderte, den Verkehrsentwicklungsplan in Gänze auf der Internetseite der Stadt Freiberg zu veröffentlichen. Nur so könnten die Bürger erkennen, argumentierte sie, was eigentlich geplant war und wie es umgesetzt wurde. Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) erklärte, dass das Material dafür zu umfangreich sei. "Wir hoffen, ab Juli über einen Glasfaseranschluss zu verfügen und werden dann auch einen neuen Internet-Auftritt haben", erläuterte das Stadtoberhaupt. Die schnellere Übertragung werde es ermöglichen, größere Datenmengen als bisher zu präsentieren.


Kommentar: Nicht nurabhaken

Der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Freiberg sollte immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Ein Beispiel dafür, dass es nicht genügt, nur abzuhaken, ist das Parkleitsystem. Da waren an den Zufahrtsstraßen in die Stadt Tafeln aufgestellt worden, deren Informationsfülle kaum zu erfassen war - vor allen Dingen im Vorbeifahren nicht.

Je mehr Bürger sich mit Ideen einbringen, desto besser. Dafür müssen sie sich aber auch darüber informieren können, was im Einzelnen geplant ist. Insofern wäre eine bessere Präsentation im Internet nur wünschenswert. Vielleicht finden sich dann auch bessere Lösungen für Radfahrer entlang der B 173. Hier nur auf eine Umgehungsstraße zu setzen, ist zu wenig. Ob diese je gebaut wird, weiß derzeit keiner.

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