Wo für die Bildung gebaut wird

An der Oberschule Niederbobritzsch soll es bald eine größere Mensa geben und elektronische Medien in jedem Klassenzimmer. Beim Thema Inklusion können andere von der Schule lernen.

Niederbobritzsch.

Ein Gerüst schmückt derzeit noch den Rohbau, doch schon im Frühling werden die Schüler der Oberschule Niederbobritzsch wohl den Anbau zur Mensa in Beschlag nehmen. "In den Winterferien wird der Durchbruch gemacht", kündigt der stellvertretende Schulleiter Jens Gernegroß an. Dann sei mehr Platz für die rund 40 Jungen und Mädchen, die regelmäßig in der Schule zu Mittag essen.

Der etwa 200.000 Euro teure Anbau wird nicht die einzige Baustelle bleiben. Fördergelder für eine neue Turnhalle, die heutigen Standards entspricht, sind bereits beantragt.

Im Schulgebäude ist von Baustelle keine Spur - es sei denn, man versteht Bildung als Projekt, bei dem die Zukunft der Schüler aufgebaut wird: "Unser Ziel ist es, für jeden Schüler den bestmöglichen Abschluss zu erreichen", betont Jens Gernegroß.

Deshalb hat sich die Schule ab 2012/13 am Schulversuch "Erina" des sächsischen Kultusministeriums beteiligt. Dabei geht es um die Inklusion von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Modellregionen. Unter den 203 Schülern sind zwei mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und zwölf mit dem Förderschwerpunkt Lernen. "Sie sind voll integriert", sagt Gernegroß. "So lernen auch die anderen Schüler, mit dem Anderssein umzugehen."

Im inzwischen ausgelaufenen Schulversuch hat die Schule zusätzliche Lehrerstunden bezahlt bekommen. So können die Schüler mit und ohne Förderbedarf von einem Lehrerteam gemeinsam, aber nach unterschiedlichen Lehrplänen unterrichtet werden. Bei dem Projekt haben auch Förderschullehrer die Kollegen beraten und beim Unterricht unterstützt. Außerdem wurden ein Fahrstuhl und ein Treppenlift eingebaut.

Mit der Inklusion soll es weitergehen. Dabei hilft eine festangestellte Inklusionsbegleiterin. Die Sozialpädagogin geht mit in den Unterricht, spricht mit Eltern, übernimmt Schreibverkehr und vieles mehr. Von den Erfahrungen der Niederbobritzscher können bald auch andere profitieren. Im Januar hat sich ein Kooperationsverbund zum Thema Inklusion gegründet. Schulen und Kindertagesstätten rund um Freiberg sind dabei.

Ob Inklusionskind oder nicht - alle Niederbobritzscher Oberschüler sollen ab dem zweiten Schulhalbjahr in ihrem Klassenraum einen Computer, einen Beamer oder eine interaktive Tafel nutzen können. Mittelfristig soll es auch eine Tablet-Klasse geben. 280.000 Euro aus dem bundesweiten "Digitalpakt Schule" kann die Gemeinde verteilen. "Unsere Schüler sollen nicht benachteiligt sein, weil sie im ländlichen Raum zur Schule gehen", sagt der stellvertretende Schulleiter. Die Schule auf dem Land biete auch Pluspunkte, wie zum Beispiel die kleinen Klassen von durchschnittlich 20 Schülern.

Bürgermeister René Straßberger (CDU) betont, wie wichtig die einzige weiterführende Schule für Bobritzsch-Hilbersdorf ist: "Auch auf kultureller Ebene gibt es eine starke Bindung an die Gemeinde." Das zeige sich besonders beim traditionellen Weihnachtskonzert. Die Oberschüler können bei dem Bandprojekt schon ab Klasse 5 ein Instrument lernen.

Tag der offenen Tür Musik und andere Präsentationen erwarten die Besucher am Freitag von 17 bis 20 Uhr. Ab 18 Uhr steht Bürgermeister René Straßberger für Fragen zu Bauprojekten zur Verfügung. Die Anmeldefrist für die Schule ist vom 10. bis 28. Februar.


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