Wohnen, Wärme und Strom als Flatrate

Die Bergakademie und das Freiberg Institut begleiten ein Wohnprojekt in Cottbus. Nicht nur die Eigenversorgung mit Energie ist eine kleine Revolution.

Freiberg/Cottbus.

Zwei hochgradig solar versorgte Mehrfamilienhäuser, die sich selbst mit Wärme und Strom aus der Sonne versorgen können, errichtet in Cottbus die Wohnungsgenossenschaft eG Wohnen. Die TU Bergakademie und das Freiberg Institut begleiten die ersten Jahre im Forschungsprojekt "Eversol" energetisch und ökonomisch.

Neben der technisch-wirtschaftlichen Evaluierung des Energiekonzepts spielt auch die soziologische Begleitung des Projekts eine wichtige Rolle, heißt es in einer Pressemitteilung der Freiberger Uni: "Denn nicht nur der Energiebedarf mit Eigenversorgungsquoten von 55 bis 65 Prozent für Heizung und Warmwasser sowie 70 bis 77 Prozent für Strom stellt eine kleine Revolution dar - zum Einsatz kommt auch ein neuartiges Mietmodell." Die Mieter der Wohnungen bezahlen demnach monatlich und über fünf Jahre garantiert eine stabile Pauschalmiete, in der Wohnen, Wärme und Strom als Flatrate enthalten sind. Die dafür nötige Planungssicherheit wird laut der Uni durch die hohen Eigenversorgungsquoten erreicht.

Das Konzept wird durch ein umfassendes energetisches Monitoring der Gebäude bis 2021 in Verbindung mit Gebäude- und Quartierssimulationen durch den Lehrstuhl für Technische Thermodynamik der Freiberger TU unter Leitung von Professor Tobias Fieback validiert. Das Freiberg Institut für vernetzte Energieautarkie als Partner der Universität beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Pauschalmietmodelle und der Analyse der gewonnenen Daten aus dem Monitoring.

Neben energetischen, rechtlichen und ökonomischen Fragestellungen nimmt auch die soziologische Begleitung der Mieter und die Frage nach den Auswirkungen pauschaler Mietmodelle auf das Wohn- und Energieverbrauchsverhalten eine wichtige Rolle ein, teilt die Uni weiter mit. Gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft würden innerhalb des Projekts die Erkenntnisse verbreitet und aktuelle Fragestellungen aus der Branche reflektiert.

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über drei Jahre finanziert. Projektträger ist das Forschungszentrum Jülich. (bk)

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