Zicke zacke, kreuz, kreuz

Beim Freiberger Fahrrad Zickzack wurden Matheaufgaben gelöst, bei der U-18-Wahl Politiker mit Fragen gelöchert.

Es schwirrte und demmelte durch die Silberstadt, was das Zeug hielt. Beim 10. Freiberger Fahrrad Zickzack (FFZ) kurvten am Samstagnachmittag knapp 180 Teilnehmer drei Stunden lang über Straßen, Plätze und durch Gassen. Den meisten stand schon nach kurzer Zeit die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Und mancher wurde bei der Jagd nach den Pneuros an zwölf Stationen hektisch, unterzog sich nicht jeder Aufgabe, die doch nur Zeit kosten würde. So ließen viele den "heißen Draht" bei den Stadtwerken heiß sein, lösten lieber eine Mathematikaufgabe bei der Städtischen Wohnungsgesellschaft, anstatt mal fünf Minuten auszuruhen und ignorierten am Johannisbad die Entlein im Bottich, die es zu angeln galt.

Es gab aber auch Mitstreiter, die sich von der Hitze des Wettkampfs hinreißen ließen. Sie nutzten die weniger legalen Möglichkeiten, um im Spiel zu bleiben, indem sie sich nicht immer den Verkehrsregeln anpassten. Doch gibt es dafür ja eine eigene "FFZ-Polizei", die mit Argusaugen darauf achtete, dass alles regulär blieb. "Wir mussten einige Verwarnungen aussprechen", resümierte Angelo König, einer der FFZ-Gendarmen: "Etwa für das Benutzen der Fußwege oder das Überfahren von roten Ampeln."


Auch solche FFZ-Radler, die sich regelkonform verhielten, blieben nicht von Rückschlägen verschont, wenngleich diese nicht zu häufig und dann auch nicht schwerwiegend auftraten. Es gab diesmal lediglich zwei Reifenpannen im Wettbewerb. Für solche Fälle hatte das Organisationsteam Rico Stenzel dabei, der mit seinem mobilen Ein-Mann-Reparatur-Service flott vor Ort war, um das Problem zu beheben.

Geklärt werden muss nun noch, ob und in welchem Maße eine regionale Leckerei als Doping durchgeht. Das dreiköpfige Team "Velo-Dachsi" von der Handballspielgemeinschaft Freiberg (HSG), genannt "Dachse", hatte sich nämlich kurz vorm Start in ein am Untermarkt gelegenes Café begeben, um dort dem Genuss von Freiberger Eierschecke zu frönen. Die Mannschaft, die den Wettbewerb schon einmal gewinnen konnte, ging wohl davon aus, dass dies als Stimulanz keine schlechte Idee sei. Die Tatsache, dass man es diesmal nicht unter die ersten Drei schaffte, sollte allerdings zu denken geben, ob das tatsächlich die geeigneteVorbereitungwar. Der Trubel um die Landtagswahl am Sonntag geht natürlich auch an der Jugend nicht vorbei. Alle, die am Sonntag noch kein Kreuz machen dürfen, sich aber trotzdem für die politische Zukunft des Freistaates interessieren, konnten am Montagnachmittag im Pi-Haus mit den Direktkandidaten für die Wahl ins Gespräch kommen. Besonders brannten den Jugendlichen die Themen Bildung und Umweltschutz unter den Nägeln. Ihren Fragen stellten sich Jana Pinka (Die Linke), Alexander Geißler (SPD), Markus Scholz (Die Grünen), Steve Ittershagen (CDU), Rolf Weigand (AfD) und Philipp Hartewig (FDP). (scso)

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