Zierfische als Grund für Algenplage?

Der Teppich auf dem Unteren Kreuzteich ist zwar ungefährlich, aber auch unschön. Und die Ursache nicht eindeutig.

Brand-Erbisdorf.

Eine gelb-braune pflanzliche Schicht bedeckt gegenwärtig zum Teil die Wasserfläche des Unteren Kreuzteiches in Freiberg. Warum das Gewässer so aussieht und um welche Pflanzen es sich handelt, wollen Bergstädter wissen. Nach den Worten von Jörg Schröder vom Tiefbauamt der Stadt handelt es sich um Algen, die den Teich befallen haben. "Die ursprünglich in Eurasien, besonders Neuseeland, verbreitete Grünalgenart ist in Freiberg eingeschleppt, also ein sogenannter Neophyt", erklärt Schröder.

Ein Grund zur Sorge besteht nach seinen Worten jedoch nicht. Der Algenteppich bilde sich gegenwärtig wieder zurück. Deutlich sei das zunehmende Absterben an der gelblichen Färbung zu erkennen. Die Biomasse lagere sich dabei auf dem Gewässerboden ab und "trägt dann weiter zur bereits bestehenden Faulschlammbildung bei", schildert der Mitarbeiter des Tiefbauamtes.


Eine Erklärung für den Algenbefall des stehenden Gewässers Unterer Kreuzteich könnte demnach sein, dass jemand sein Aquarium mit nicht mehr gewollten Zierfischen entleert habe. Denkbar für den zuletzt sprunghaften Algenanstieg sei aber auch, dass Wasservögel Bestandteile eingetragen haben.

Die Grünalgenart mit dem Trivialnamen Wassernetz (Hydrodictyon reticulatum) ist laut Schröder in der Lage, bei günstigen Umweltbedingungen kurzzeitig enorm hohe Biomasseaufkommen zu bilden. Begünstigend wirkten sich nach ihrem ursprünglichen Verbreitungsbereich daher Jahreszeiten mit besonders hohen Wassertemperaturen aus. "Die im Wasser befindlichen Phosphate, Nitrate und ähnliches befördern die schlagartige Vermehrung", sagt Jörg Schröder.

Ein vergleichbares Phänomen sei bereits vor acht Jahren in den Kreuzteichen aufgetreten.

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