Zollhaus gehört zu den größten Sorgenkindern

Die Gemeinde Reinsberg hat ein Brachenkonzept erstellen lassen. Die Ideen für verfallende Gebäude sind auch Thema einer Einwohnerversammlung.

Reinsberg.

Insgesamt 45 leer stehende Objekte waren für das Brachenkonzept der Gemeinde Reinsberg gemeldet worden - die Dresdner Firma Futour hat letztlich 32 davon genauer unter die Lupe genommen. Das hat Georg Thieme von Futour bei der Vorstellung des Papiers in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates berichtet.

Das Deckblatt der 120-seitigen Studie "ziert" das Bild des Alten Zollhauses in Bieberstein. Das um 1900 gebaute Ausflugslokal an der ehemaligen Zollstation zur Bobritzschüberquerung gehört zu den acht Objekten, die als besonders bedeutsam für die weitere inner- und übergemeindliche Entwicklung eingestuft worden sind. Sollte es nicht gelingen, wieder eine Gastronomie mit Übernachtungsmöglichkeiten einzurichten, schlagen die Planer einen Abriss und die Eingliederung der renaturierten Fläche in das Landschaftsschutzgebiet vor.

Weiteren 24 brachliegenden beziehungsweise untergenutzten Objekten haben die Gutachter eine mittlere Priorität beigemessen. Sie seien als Einzelobjekte für die weitere Ortsentwicklung nicht von größter Bedeutung, heißt es dazu, es bestehe aber Handlungsbedarf für eine kurz- bis mittelfristige Beräumung oder Nachnutzung.

Das Brachenkonzept soll vor allem den Bevölkerungsrückgang stoppen. Dafür wurde die Ortsentwicklung in puncto Wirtschaftsstruktur, Dorfgemeinschaft und Versorgungsstruktur, Wohnfunktion sowie Attraktivität der Kulturlandschaft als Schwerpunkt formuliert. Zu Letzterer gehören beispielsweise Waldhufen mit Vierseithöfen, Rittergüter, Schlösser und Mühlen sowie die Landschaftsschutzgebiete "Grabentour" und "Triebischtal" und das Naturschutzgebiet "Bobritzschtal".

Einwohnerversammlung: Das Konzept soll am 22. September ab 19 Uhr im Dörflichen Gemeinschaftszentrum an der Badstraße 5 in Reinsberg vorgestellt werden.

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