300 Pyramiden in einem Buch vereint

Über zwei Jahre hinweg war Andreas Herklotz auf Tour. Der Steinbacher begab sich auf die Spuren der Pyramiden des Erzgebirges. Herausgekommen ist dabei ein Sachbuch.

Steinbach.

Informative Weihnachtslektüre legt Andreas Herklotz auf den Gabentisch: Der Steinbacher widmet den Pyramiden des Erzgebirges ein Sachbuch. Auf 250 Seiten stellt der 46-Jährige rund 300 Exemplare in Wort und Bild vor. Dabei geht die unterhaltsame Literatur-Reise von Adorf bis Zwönitz. Binnen zwei Jahren war der Autor und Fotograf auf Spurensuche, hat die Region vom Vogtland über die Kammroute und das Chemnitzer Vorland bis ans angrenzende Elbtal besucht. "Ich bin zunächst im Altkreis Annaberg gestartet, habe dann den Wirkungskreis immer mehr erweitert", erzählt Andreas Herklotz. Dabei basiere die Idee, einmal die Freilandexemplare und einige andere brauchtums-orientierte Kunstwerke abzulichten und einen aktuellen Überblick von ihnen zu erarbeiten, auf der Anregung eines Bekannten. Herklotz: "Er wusste um meine Tätigkeit, im Eigenverlag Gruß- und Ansichtskarten von Sehenswürdigkeiten und idyllischen Landschaftsflecken des Erzgebirges herauszugeben."

Der gebürtige Rothentaler ist gelernter Möbeltischler, arbeitet in einem Unternehmen als Fenster- und Türenbauer. Die Gestaltung von Postkarten und Internetseiten zählt zu seinen Hobbys. "Insofern waren die zurückliegenden Monate streng getaktet. Jede freie Minute ging es auf Tour. Während ich an den Wintertagen die Pyramiden und ihre Erbauer aufgesucht habe, gehörten die Sommermonate dem Schriftverkehr und Studium der Zeitdokumente. Ich wollte nicht nur die besonderen Bauwerke fotografieren, sondern auch etwas zu deren Geschichte und der Traditionspflege im jeweiligen Ort zusammentragen." Insofern habe er den Kontakt zu Schnitzgruppen, Ortschronisten, Heimatvereinen und Bürgermeistern hergestellt. So manches Motiv habe er von ihnen vom Aufbau oder Einweihungszeremonien erhalten. "Mein Interesse gehört genauso den privaten Erbauern von Pyramiden. Zudem galt es in Zeiten der Datenschutzrichtlinien auch Veröffentlichungsrechte abzuklären", berichtet Andreas Herklotz. Rund 6000 Motive hatte er schließlich von den etwa 300 Pyramiden zusammengetragen, deren reizvollsten und aussagekräftigsten nun in das Buch aufgenommen worden sind. "So fordernd das Projekt auch war, es ist ein einmaliges Erlebnis", so der Erzgebirger. "Ich versuche, diese Begegnungen vor Ort und die jeweiligen Eigenheiten festzuhalten."

Andreas Herklotz hat nicht nur die Formenvielfalt der Pyramiden und die unterschiedliche Bestückungen sowie etwa deren pfiffige Antriebsmechanismen im Blick. "Bergmann und Kurrende dürften die meistgeschnitzten Figuren sein. Genauso besteht die Mehrzahl der Teile aus ganz unterschiedlichen Holzarten, Kunststoff wird aber genauso eingesetzt. Aber es gibt auch stählerne Konstruktionen, wie die Männeln etwa in Jahnsdorf aus Keramik gefertigt sind." Aus den 1950er-Jahren stammt die älteste in Neuclausnitz von Andreas Herklotz abgelichtete Pyramide, während die größte in Johanngeorgenstadt zu bestaunen ist. Die jüngst entstandene dreht sich seit dem Vorjahr in Reitzenhain. "In Krumhermersdorf lag zunächst ein Gedicht von Gottfried Kahl vor, ehe die Einheimischen daran gingen, nach dieser Vorlage das Bauwerk zu schaffen. Oder in Frauenstein gilt ein Steinbacher Landsmann als Impulsgeber des dortigen Exemplars. Und Bermsgrün dürfte die Metropole der von privaten Bastlern geschaffenen Objekte sein." So manche Gemeinde, etwa in Gahlenz oder Grünhainichen zeigt, dass man auch Oster- und Sommervariationen von den Drehobjekten kennt.

Das Buch "Das Erzgebirge und seine Pyramiden" ist im Eigenverlag Andreas Herklotz erschienen. Der Kontakt zum Autor ist unter der E-Mail-Adresse buch-erzgebirge@web.de möglich.

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