Abenteurer mit Mut zur Lücke

Weil er einen Gastroführer in Frankenberg vermisste, gibt Jens Richter nun selbst einen heraus. Auch sonst hat er in der Stadt den Hut auf.

Frankenberg.

Jens Richter ist ein Beispiel dafür, dass man in einer Kleinstadt wohnen, aber trotzdem die Welt bereisen kann. Der Dittersbacher ist ein Abenteurer. Und wenn er auf seinen Ausflügen und Reisen irgendwo ankommt, liebt er es, sich zu informieren. Das sollten auch Gäste und Bewohner seiner Heimatstadt Frankenberg können. Doch einen Gastroflyer etwa, den hat Richter bislang vermisst.

"Ein solcher Gastroführer ist eine spannende Sache und für mich eine Herzensangelegenheit", sagt der 44-Jährige. Lange hatte er gehofft, dass jemand ein solches Druckwerk herausgibt. Zuletzt dachte er, im Zuge der Landesgartenschau würde ein Flyer erscheinen. Doch dazu kam es nicht. Also bewies Richter Mut zur Lücke, dachte sich den Inhalt aus und feilte an seinem Konzept. Nun ist der Faltplan fertig. "Ich habe 34 Gaststätten, Restaurants und Imbisse angeschrieben." Die Betreiber von zwölf fanden die Idee gut und fütterten den Briefeschreiber mit Daten zu ihren Angeboten, Öffnungszeiten, Adresse und Homepage. Eine Gastrokritik ist der Flyer nicht.


"Ich wollte keine Stadtbroschüre herausgeben, weil die schnell unaktuell wird", sagt Richter, der seine Brötchen als Selbstständiger in der Werbemittelbranche verdient. Besser findet er Flyer, die bei Änderungen schneller nachgedruckt werden können. Dabei ist "Essen & Trinken in Frankenberg" erst der Anfang. Richter will weitere Flyer herausgeben, zum Beispiel für Übernachtungen, Wanderwege oder Spielplätze. Mehrere Faltblätter zusammen ergeben dann auch eine Broschüre.

Den vorgestellten Wirten entstehen keine Kosten. Die trägt Richter in dreistelliger Höhe selbst. Er hofft aber, sein Konzept gemeinsam mit der Stadt fortentwickeln zu können. Die Zeichen dafür stehen gut: Nach Ende der Landesgartenschau will Frankenberg beim Fremdenverkehr durchstarten und prüft gerade, welchem Tourismusverband sie am besten beitritt.

Jens Richter reizt Neuland, etwas aufzubauen und spannende Aufgaben. Daher ist sein Gastroflyer auch Teil seines größer angelegten Projektes namens Terra Frankenberg. "Sowohl Besucher als auch Einwohner sollen das unentdeckte Land Frankenberg für sich erschließen", so Richter. Zunächst können sie nun schnell nachschlagen, wo es was zu essen gibt. Auch im digitalen Zeitalter brauche man etwas zum Anfassen und in die Tasche stecken, begründet der Herausgeber den Druck. Digitales soll folgen.

Bekannt ist Richter auch als verantwortlicher Organisator von Stadtfest, Wochen- und Weihnachtsmarkt. Dies absolviert er als Honorarkraft der Veranstaltungs- und Kultur GmbH der Stadt. Stets dabei ist da seine in den Alpen erworbene Kopfbedeckung. "Als ich ausnahmsweise mal keinen Hut trug, gab es Kritik", erinnert sich der Dittersbacher, der ohne Kopfschutz nicht komplett ist. So ist der Hut auch Signet der Terra Frankenberg.

Der Gratisflyer liegt an der Tourist-Information im Rathaus und im Kulturforum Stadtpark aus.

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