Abriss von Wäscheunion wird nur halb so teuer

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Auftragsvergabe sorgt für Diskussion - Verwaltung: Firma ist seriös

Mittweida.

Einen Fördermittelbescheid über 1,4 Millionen Euro brachte Ende August Frank Pfeil, Staatssekretär im Ministerium für Regionalentwicklung, nach Mittweida. Mit dem Geld, das aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Efre) kommt, soll das Gelände der ehemaligen Wäscheunion an der Hainichener Straße zum Gewerbegebiet entwickelt werden. Nach Jahren des Leerstands wird dieses Jahr ein Großteil der Gebäude auf dem Areal abgerissen. Doch einen Teil der Förderung wird die Stadt wohl zurückgeben können: Hatte die Stadtverwaltung die Kosten für den Abriss auf knapp über eine Million Euro geschätzt, wird dieser mit etwas mehr als 430.000 Euro nun voraussichtlich nicht einmal halb so teuer.

In der zurückliegenden Stadtratssitzung hatten die Räte den Auftrag an ein Unternehmen aus Burgstädt vergeben, das mit dieser Summe unter 14 Bietern das günstigste Angebot abgegeben hatte. Bei den Räten sorgte die extreme Abweichung von der Kostenschätzung allerdings für Irritationen. "Das ist nicht koscher", sagte Rolf Katzschner (AfD), der am Ende als einziger der anwesenden Stadträte gegen die Vergabe des Auftrags an das Unternehmen stimmte. Zwei weitere Räte enthielten sich. Die Frage wurde laut, ob hier die Stadtverwaltung ihren Job nicht richtig gemacht und sich verschätzt habe, oder ob das Unternehmen ein zu niedriges Angebot abgegeben habe.

Auch Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) räumte ein, angesichts der niedrigen Summe "kurz gezuckt" zu haben. Allerdings sei die Firma der Stadt nicht unbekannt, da sie bereits den Abriss der ehemaligen Großhandelsgesellschaft (GHG) übernommen habe. Dabei habe das Unternehmen seine Seriosität unter Beweis gestellt. Kämmerin Anke Kluge wies darauf hin, dass viele Bieter unter der Kostenschätzung lagen. Tatsächlich hatten neun Unternehmen diese unterboten, fünf hatten sie überboten. Die sehr günstigen Angebote seien zumeist damit zu erklären, dass die Unternehmen über eigene Deponien oder Sonderkonditionen für die Entsorgung des Bauschutts verfügten, so Kluge. Das wirke sich auf die Kosten aus. Die Stadtverwaltung habe bei ihrer Preisermittlung nach eigenen Angaben derartige Kalkulationsvorteile außer Acht gelassen und lediglich ortsübliche Baupreise angesetzt.

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