Absturz: Radfahrer nutzte gesperrten Weg

Der 32-Jährige hätte den Pfad gar nicht benutzen dürfen. Laut Wegewart beschweren sich Wanderer an der Talsperre Kriebstein häufig über Freizeitsportler mit Mountainbike.

Ringethal/Lauenhain.

800 Meter windet sich der Wanderweg an der Zschopau entlang vom Raubschloss bergab bis zu einer Anlegestelle. An einigen Stellen hat der Pfad ein Geländer, denn er ist mitunter weniger als einen Meter breit. Daher gilt er unter Mountainbikefahrern als schöne und herausfordernde Strecke. Das Problem: Auf einem Abschnitt von zehn Metern liegt Geröll. Das Geländer wurde beschädigt. Der Wanderwegewart hat daher schon vor Wochen den Weg für alle gesperrt. Dennoch fuhren offenkundig zwei Männer mit Mountainbikes dort entlang. Einer stürzte ab und fiel 30 Meter den Hang hinab in die Tiefe. Der schwer verletzte 32-Jährige musste per Hubschrauber ins Chemnitzer Krankenhaus gebracht werden.

Einen vergleichbaren Unfall habe es dort zwar noch nicht gegeben. Dennoch seien Radfahrer auf illegalen Wegen in dem Areal kein Einzelfall, so der Wanderwegewart der Kriebsteintalsperre Marco Augustin. Da die Stadt die Verkehrssicherungspflicht für die Wege hat, hält er sie in Schuss. "Mountainbikefahrer sind dort täglich unterwegs", weiß der 56-Jährige aus Erfahrung. Immer wieder beschwerten sich Wanderer über sie. Teilweise fahren die Radfahrer nur knapp an den Fußgängern vorbei, laute ein Vorwurf. Außerdem sollen sie das Geländer beschädigt haben. Erst vor einem halben Jahr konnte der Mittweidaer das mit eigenen Augen beobachten: Ein Radfahrer stellte sein Bein auf einem Kettengeländer ab. Dieses gab nach, da es für diesen Zweck nicht gemacht wurde. Der Radsportler stürzte drei Meter den Hang hinab. "Zum Glück ist damals nichts weiter passiert", sagt Augustin.

Den neuerlichen Unfall bedauert der Wanderwegewart. Aber: "Ich hoffe, dass Mancher dadurch zum Nachdenken angeregt wird", sagt der 56-Jährige. Die Wanderpfade seien keine ausgewiesenen Radwege. Im Gegenteil: An einigen Stellen hänge ein Schild mit dem Hinweis: "Für Radfahrer nicht geeignet".

Mountainbikefahrer Leopold Barich kennt die Gegend. Der 19-jährige Student aus Mittweida fährt derzeit seine erste Weltcup-Saison für Junioren und gehört damit weltweit zu den besten zwanzig Radfahrern unter 21 Jahren. Wenn er vom Training nach Hause kommt, freut er sich, auch mal an der Zschopau entlang zu radeln. "Das hilft mir beim Runterkommen, so kann ich den Kopf frei kriegen", berichtet der Nachwuchssportler. Den Unfallweg kennt er gut. Nach seiner Einschätzung sei die Strecke besonders für Hobbyfahrer schwierig. "An dem schmalen Weg geht es steil nach unten. Da kann es schnell passieren, dass man nervös wird", erklärt er. Der Radprofi rät daher anderen Sportlern, einen Umweg auf der Landstraße zu nehmen. Aus seiner Sicht müsste die Beschilderung verbessert werden. Manchmal tauchten auf den Wegen plötzlich Verbotsschilder auf, sodass Radfahrer kehrt machen müssen, so der Mittweidaer.

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