Ambulanz-Schließung: Patienten sauer

Zahlreiche Krebspatienten des Mittweidaer Krankenhauses LMK müssen sich andere Ärzte suchen, die sie ambulant behandeln. Ein Erlauer hofft auf Hilfe der Landespolitik.

Rochlitz/Mittweida.

Die angekündigte Schließung der onkologischen Ambulanz im Mittweidaer Krankenhaus LMK sorgt unter Patienten für Aufregung. Der ehemalige Mittweidaer Pfarrer Christoph Körner, selbst Krebspatient in der Klinik, ist empört. Er hat sich an das sächsische Sozialministerium gewandt und fordert, dass die Entscheidung rückgängig gemacht wird.

"Ich wurde seit meinen beiden Tumoroperationen in dieser Ambulanz hervorragend behandelt und betreut, sodass ich als älterer und schwerbehinderter Mensch noch gut auf dem Dorf in Erlau leben kann, weil Mittweida in der Nähe ist und bei den Kontrolluntersuchungen alles an einem Ort liegt und ich nicht in verschiedene Städte gefahren werden muss", so der 76-Jährige in einem Schreiben, das der "Freien Presse" vorliegt.

Die onkologische Ambulanz, die bei der Abteilung für Innere Medizin angesiedelt ist, muss auf Anweisung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) zum 30. September schließen. In der Abteilung wurden vor allem Chemotherapien durchgeführt, vorrangig bei Patienten, die Tumore im Verdauungstrakt und im Bronchialsystem hatten. In der Region gebe es ausreichend niedergelassene Ärzte, die im Bereich Onkologie tätig sind, so die KVS. Auf "Freie Presse"-Nachfrage erläuterte die KVS, dass "eine fachärztlich internistisch Praxis durch zwei Mediziner mit onkologischem Schwerpunkt nachbesetzt", wurde. Insgesamt gebe es in Mittelsachsen 13 onkologisch tätige Ärzte, die die Versorgung der Patienten absichern würden. Die Ambulanz bei der LMK habe seit 2013 "ausschließlich der Versorgung von Patienten aus dem Alt-Landkreis Mittweida", gedient.

LMK-Chef Florian Claus hatte gegenüber der "Freien Presse" erklärt, dass das Krankenhaus die Patienten bei der Suche nach Weiterbehandlungsmöglichkeiten unterstützt. Der Erlauer Christoph Körner berichtet, dass ihm empfohlen worden sei, sich in Chemnitz oder Freiberg neue Fachambulanzen zu suchen. Eine Antwort des Ministeriums habe er noch nicht erhalten.

Der Chemnitzer Raimon Brete kann, wie er in einer E-Mail an die "Freie Presse" schreibt, die Entscheidung der KVS ebenfalls nicht nachvollziehen. Er sieht Mittelsachsens Landrat und die Kreisräte in der Pflicht, sich für die Patienten der Region einzusetzen. "Hier ist die Verantwortung der Politiker einzufordern, dass sie sich der Situation stellen und nicht das Wort alternativlos bemühen. Eine allseitige gesundheitliche Fürsorge, Betreuung und Nachsorge ist flächendeckend, ob Stadt oder Land, in ganz Sachsen, zu organisieren und zu gewährleisten", schreibt er.

Wie LMK-Chef Claus erklärt hatte, suche man im Krankenhaus derzeit nach Möglichkeiten, in Zukunft doch wieder eine ambulante Onkologie anbieten zu können. Details dazu, wie das gelingen soll, nannte Sprecherin Ines Schreiber trotz Nachfrage nicht. "Die Geschäftsleitung steht in engem Kontakt zur KVS", hieß es lediglich.

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