Amtlich: Erneut wollte Neonazi-Band spielen

Landratsamt untersagt Raumnutzung in Hainichen

Hainichen.

Zum geplanten rechtsextremistischen Konzert am Samstag in Hainichen sind neue Details bekannt geworden. So dementierte Jana Ulbricht, Pressesprecherin der Polizeidirektion Chemnitz, nicht, dass es sich bei dem Auftrittsort um die ehemalige Diskothek "Crazy" an der Gerichtsstraße handelte. Die Polizeidirektion sei insbesondere im Bereich dieses Veranstaltungsortes "sichtbar präsent" gewesen. Ein Konzert fand letztlich aber nicht statt. "Insgesamt waren rund 50Beamte der Polizeidirektion Chemnitz sowie der sächsischen Bereitschaftspolizei in die Maßnahmen eingebunden", so Ulbricht weiter.

Hin und wieder tauchten im Landkreis Hinweise auf Konzerte auf, sagte die Hauptkommissarin, nannte aber keine Zahlen. Die Veranstaltungsorte würden nicht öffentlich thematisiert. Grundsätzlich sammele die Polizei Daten aus verschiedenen Quellen bis hin zum konkreten Zeugenhinweis. Im Falle von Hainichen lagen Hinweise aus Veröffentlichungen im Internet und in sozialen Medien vor. Bekannt war zunächst, dass ein mutmaßlich rechtsextremistisches Konzert am Samstag in der Region Freiberg veranstaltet werden sollte. Während der Ermittlungen, in die neben Revieren der Region Kriminalisten des Staatsschutzes eingebunden waren, wurde der geplante Veranstaltungsort in Hainichen ausfindig gemacht. "Das Landratsamt erließ eine Nutzungsuntersagung für den konkreten Ort", so Ulbricht. Landratsamtssprecher André Kaiser nannte am Montag auf "Freie Presse"-Anfrage keine Details: "Das Gebäude befindet sich im privaten Eigentum."

Die Diskothek im einstigen Kreiskulturhaus ist seit Jahren geschlossen. Gelegentlich finden dort Privatveranstaltungen statt. Im Oktober machte das Haus schon einmal Schlagzeilen: Damals sollte die Band Kategorie C spielen. Sie stand im Verfassungsschutzbericht in Niedersachsen. Die sächsischen Verfassungsschützer kündigten daraufhin an, den Vorfall vom Oktober zu prüfen. Eine "Freie Presse" Anfrage dazu vom Montag blieb unbeantwortet.

Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) erklärte, dass er bereits vor einer Woche von der Polizei den Hinweis auf ein Konzert in der Region Freiberg bekommen hatte. Seine Routine-Umfrage in der Stadt brachte aber keine Erkenntnisse. (dahl)

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