Angriff auf 19-Jährige: Anklage nach Sexual-Delikt

Hainichen.

Gegen den 30-jährigen Marokkaner, der in Hainichen eine 19-Jährige sexuell genötigt und verletzt haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz jetzt Anklage erhoben. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, wird dem Mann sexuelle Nötigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung zur Last gelegt. Er soll demnach am 21. September 2019 gegen 21 Uhr "gewaltsam und unter Androhung von gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben an der 19-jährigen Geschädigten sexuelle Handlungen vorgenommen und ihr hierbei auch Verletzungen zugefügt zu haben", so die Staatsanwaltschaft.

Der Beschuldigte habe die Frau in der Nähe des Marktplatzes zunächst nach dem Weg zum Bahnhof gefragt und dann den Entschluss gefasst, sich ihr gegen ihren Willen sexuell zu nähern, schildert die Staatsanwaltschaft. Als sich auf die Hilferufe der Frau Passanten näherten, habe der Mann von ihr abgelassen und sei geflüchtet. Nach früheren Angaben der Polizeidirektion Chemnitz hatte ein Zeuge die Polizei verständigt, nachdem er mehrfach Hilferufe aus einer Parkanlage gehört hatte. Bei einer kurz darauf eingeleiteten Fahndung nahmen Polizisten den mutmaßlichen Täter in der Nähe des Bahnhofes fest. Die 19-Jährige wurde mit Kratzspuren, einer leichten Bisswunde sowie Schürfwunden in ein Krankenhaus gebracht.

Der Verdächtige war auf Weisung der Staatsanwaltschaft zunächst wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Wenige Tage später revidierten die Juristen diese Entscheidung. Wegen möglicher Fluchtgefahr wurde Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Seit dem 24. September habe er sich ununterbrochen in Untersuchungshaft befunden, so die Staatsanwaltschaft. Der Termin für die Hauptverhandlung stehe noch nicht fest.

Nach Angaben der Landesregierung war der Beschuldigte seit geraumer Zeit ausreisepflichtig. Demnach hatte er im Juni 2015 einen Asylantrag in Deutschland gestellt, der im April 2016 abgelehnt wurde, weil der Mann die Behörden über seine Identität getäuscht habe. Nach Zustellung des Ablehnungsbescheides sei der Marokkaner über längere Zeit nicht mehr auffindbar gewesen. Erst im Oktober 2018 sei er in Dresden wieder aufgetaucht. Zuletzt hatte er in Mittelsachsen gelebt. (lkb/jl)


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