Anschlüsse für Wasser werden teurer

Die Sitzung des Zweckverbandes war die letzte unter Vorsitz von Thomas Eulenberger. Das Treffen in Frankenberg war auch eine wirtschaftliche Zäsur.

Frankenberg.

Als Krisenmanager mit Vernunft und Augenmaß, Sachverstand und kommunalpolitischem Fingerspitzengefühl würdigte Landrat Matthias Damm (CDU) den scheidenden Verbandsvorsitzenden Thomas Eulenberger bei dessen letzter Sitzung am Dienstag. Der Zweckverband Kommunale Wasserver-/Abwasserentsorgung "Mittleres Erzgebirgsvorland" (ZWA) mit Sitz in Hainichen war in Frankenberg zu seiner 2. öffentlichen Verbandsversammlung 2020 zusammengekommen. Bei dieser wurde der langjährige Vorsitzende Thomas Eulenberger verabschiedet. Sein Nachfolger, Ronny Hofmann, wird auf Bitten der Landesdirektion bei der Verbandstagung am 27. November seinen Diensteid leisten. "Das ist eine Neuheit", sagte der technische ZWA-Geschäftsleiter Ulrich Pötzsch. Eulenberger wiederum, den seine Frau Helga begleitet hatte, nannte sich selbst augenzwinkernd "Auslaufmodell".

Neben den Personalien und einer Loriot-Einlage des Fritz-Theaters aus Chemnitz ging es aber auch um nackte Zahlen. So stellte der ZWA Haushaltssatzung mit Wirtschaftsplan 2021 und die Neukalkulation der Hausanschlusskosten für die Wasserver- und Abwasserentsorgung vor. Bei der letzteren müssen Häuslebauer mit steigenden Kosten rechnen. "Wenn die Haushaltslage angespannt ist, dann müssen wir Ressourcen nutzen, um Einnahmen zu generieren", begründete der kaufmännische Geschäftsleiter Dirk Kunze die Preissprünge. Durch langfristige Ausschreibungen bestand seit 2011 Preisstabilität. Nun mussten die Regelpreise angepasst werden, damit keine Quersubventionierung stattfindet.

In mehreren realen Beispielen wurde der ZWA konkret. So verteuert sich etwa eine Trennkanalisation in Flöha durch die neue Preisliste von 8200 auf circa 12.180 Euro. Das Herstellen eines Wasseranschlusses für ein Haus in Penig schlägt mit 2254 statt 1512 Euro zu Buche. "Kein Bürger wird sich über höhere Preise freuen", räumte Eulenberger ein. Das dürfte auch auf den Wegfall der Bonuszahlung für Nutzer des Lastschriftverfahrens zutreffen. Die wird zum 1. Januar 2021 ersatzlos gestrichen. Der ZWA spart so 320.000 Euro Kosten pro Jahr ein.

In Sachen Haushalt hat der Verwaltungsrat einen Kompromiss gefunden und konnte eine Neuverschuldung abwenden. Statt wie geplant jährlich drei Millionen Euro in das Abtragen der Verbindlichkeiten zu stecken, reduziert der ZWA diese Summe 2021 auf 331.000 Euro. Damit entsteht jener Spielraum, der nötig ist, um Mehrbedarf zu decken. Dieser entstehe durch Klimafolgen, zu wenig Grundwasser im System, Brunnendörfer, die nach Jahren der Ablehnung nun ans Netz angeschlossen werden möchten und Sanierungsanstrengungen bei nicht mehr zeitgemäßen Anlagen.

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