Anwohner zum Teil erfreut über Ende der Laga

Mit dem Ende der Landesgartenschau am Sonntag gehen auch die Einschränkungen für die Anlieger nach und nach vorbei. Der Umgang damit fiel ganz unterschiedlich aus. Während die einen mit Parolen protestierten, fügten sich die anderen.

Frankenberg.

Sechs Monate lang erfreute die Landesgartenschau in Frankenberg Besucher der Stadt. Manche Bewohner allerdings waren infolge der Umbauten und wegen Sperrungen nur schwer zu erreichen und mussten teils lange Umwege hinnehmen. Betroffen waren etwa Anlieger der Bachgasse. Diese müssen ihre Grundstücke künftig auch privat beleuchten. Der Grund: Wegen der Verbreiterung des Mühlbachs wurde die öffentliche Straße verlegt. Der Asphalt vor den Häusern ist nun nicht mehr kommunal. Mindestens eine Straßenlaterne fiel ersatzlos weg.

Bei Familie Grämer wurde mit dem Entstehen der Paradiesgärten auch die Zufahrt zum Wohnhaus umgestaltet. Doch dann hing ihr Tor schief. Eine Fachfirma passte die Flügel an. Mehrere Nachbesserungen schlugen jedoch fehl. Die Folge: Das Tor funktioniert heute nicht mehr richtig. Mit den Grämers wurde vor Ort zwar der Einbau eines neuen Tores vereinbart. Dies scheitert bisher aber an Zahlungsmodalitäten.

Wegen derartiger Verschlechterungen, die sie ihrer Meinung nach hinnehmen muss, ist Familie Grämer nicht gut auf das Rathaus zu sprechen. Die Fronten sind verhärtet. Die kritisierte Verwaltungsspitze will von einem Einlenken nichts wissen. Die Grämers protestieren mit großflächigen Parolen unmittelbar neben dem Gelände der Landesgartenschau.

Die benachbarten Jehovas Zeugen haben sich dagegen mit den außergewöhnlichen Umständen arrangiert. Am Grundstück selbst und an ihrem Gebäude seien keine Veränderungen für die Landesgartenschau vorgenommen worden. "Allerdings gibt es einige Einschränkungen in der Erreichbarkeit", sagte Marko Schindler, regionaler Sprecher der Glaubensgemeinschaft für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt auf "Freie Presse"-Anfrage. So sei die Möglichkeit, "uns fußläufig über die Bachgasse zu erreichen, durch die Landesgartenschau vorübergehend weggefallen." Ihr Königreichssaal sei für Pkw über die Sachsenstraße erreichbar. Dort ist auch ein fußläufiger Zugang möglich. Dies sei natürlich eine Einschränkung. Da die Landesgartenschau aber nur für einen überschaubaren Zeitraum laufe, "nehmen unsere Gemeindemitglieder dies gerne hin", sagte Schindler weiter. Dank aktueller Navigationssysteme sei der Saal über die Sachsenstraße zu finden. "Eine Ausschilderung des Gebäudes hat es schon vor der Landesgartenschau nicht gegeben. Daher vermissen wir diese auch nicht."

Auf den Wegfall der Straßenbeleuchtung haben Jehovas Zeugen bereits reagiert. "Die Beleuchtung unseres Grundstücks ist völlig ausreichend, da wir diese selbst installiert haben", sagte Marko Schindler, räumte aber ein, dass die Zufahrt über die Sachsenstraße "tatsächlich schlecht beleuchtet" sei. Einen Zusammenhang mit der Landesgartenschau sehe er aber nicht. Es sei müßig, schon jetzt darüber zu spekulieren, wie sich die Beleuchtung der Bachgasse nach dem Ende der Landesgartenschau gestalte. "Das werden wird dann sehen", so der Sprecher.

Das Fazit der Gläubigen: "Unsere Situation hat sich durch die Landesgartenschau nicht geändert, bis auf die erwähnte vorübergehende Einschränkung der Erreichbarkeit zu Fuß." Mit der Stadtverwaltung habe man eine sehr gute Kommunikation sowohl in der Vorbereitung als auch jetzt während der Schau erlebt. Gründe zur Kritik gebe es keine. Gemeindemitglieder seien teilweise selbst gärtnerisch interessiert, nähmen daher ein paar Unannehmlichkeiten während der Gartenschau gern in Kauf. "Uns ist bewusst, dass die Schau ein großartiges kulturelles Ereignis für unsere Stadt ist, und wir unterstützen diese, wo immer wir können", resümierte Marko Schindler.

Die erste Entlastung hat die Stadt bereits angekündigt: Bis Weihnachten will sie die Zufahrt zur Bachgasse vom Baderberg wieder freigeben.

www.freiepresse.de/laga2019

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