Auf dem Land zieht noch der Rauch über Gärten

Gartenabfälle dürfen im Landkreis grundsätzlich nicht verbrannt werden. Ausnahmen gibt es in einigen Kommunen trotzdem.

Hainichen.

Rauchschwaden wabern durch die Luft, beißender Rauch breitet sich im Ort aus, nasse Laubhaufen qualmen vor sich hin. Zweimal im Jahr, im April und im Oktober, war das bisher in Kleingartenanlagen und auf Grundstücken von Einfamilienhäusern ein beinahe normales Bild. Doch das Verbrennen von Gartenabfällen ist in Mittelsachsen grundsätzlich verboten. Die Landkreisverwaltung droht gar Bußgelder von bis zu 100.000 Euro an.

Im Frühjahr seien zahlreiche Beschwerden aus der Bevölkerung in der Verwaltung zu Verbrennungen von pflanzlichen Abfällen eingegangen. Ist deren Kompostierung auf dem eigenen Grundstück nicht möglich, gebe es im Landkreis ausreichend viele Anlagen und Wertstoffhöfe, welche den Pflanzenabfall annehmen, heißt es aus dem Amt. Einige Kommunen bieten Entsorgungstage in den Bauhöfen an.

Die Stadt Hainichen hält an dem Verbot zum Verbrennen von Gartenabfällen fest, wie Cornelia Morgenstern von der Stadtverwaltung auf Nachfrage bestätigt. Die Einwohner hätten die Möglichkeit, von der Firma Fehr Umwelt Ost in Mittweida oder der Firma Uhlmann und Finke im Ortsteil Schlegel ihre Gartenabfälle entsorgen zu lassen. Ähnlich ist die Regelung in der Gemeinde Striegistal, wo laut Kämmerer Francis Kuhnke das generelle Verbot gelte. Allerdings gibt es auch Ausnahmen in manchen Kommune: In Rossau kann man Grünschnitt abgeben: Die Gemeinde Rossau lässt ein Verbrennen von Gartenabfällen zwar nicht zu. Wie André Singer vom Hauptamt erklärt, können die Rossauer aber am jeweils ersten Samstag des Monats von 10 bis 14 Uhr auf der Festwiese in Niederrossau ihren Grünschnitt (außer kompostierbare Gartenabfälle) abgeben. Erlaubnisfrei seien nur sogenannte Koch- und Grillfeuer mit einem Durchmesser von einem Meter mit trockenem unbehandeltem Holz in befestigten Feuerstätten. Größere Feuer bedürften einer Erlaubnis. Ausnahmen würden auch gemacht bei Brauchtumsfeuern und dem traditionellen Verbrennen von Weihnachtsbäumen. Kriebstein ist nicht ganz so streng: In der Gemeinde Kriebstein wird die allgemeine Regel des Landkreises offenbar nicht ganz so streng ausgelegt. "Wir drücken in der Gemeinde auch mal ein Auge zu. Immerhin sind wir hier auf dem Dorf", sagt Bürgermeisterin Maria Euchler. Handlungsbedarf sehe sie aber, wenn sich ein Nachbar über die Rauchschwaden beschwere. Darüber hinaus könnten Kriebsteiner ihren Baum- und Heckenverschnitt sowie Gras und Humus auf dem gemeindeeigenen Bauhof-Lagerplatz in Ehrenberg an vier Tagen im Oktober kostenpflichtig abgeben. Waldheim denkt über Ausnahmen nach: Ähnlich wie in Kriebstein will die Waldheimer Stadtverwaltung auch Ausnahmen von der Regel zulassen. Zunächst werde über mögliche Verbrennungstermine nachgedacht. Doch nur unter bestimmten Voraussetzungen sei es nun zulässig, Gartenabfälle zu verbrennen. "Wir lassen das nur zu, wenn die Nachbarn nicht gestört werden. Im Stadtgebiet also gar nicht, höchstens auf dem Land, wo der Rauch nicht in die anliegenden Häuser ziehen kann", erklärte Ordnungsamtschefin Mandy Thümer. Roßwein stellt Termine in Aussicht: Laut Tamara Mertinat von der Roßweiner Stadtverwaltung war es im Stadtgebiet im April an zwei Terminen gestattet, Gartenabfälle zu verbrennen. Nun wolle die Stadt auch im Oktober wieder bis zu vier Termine in Aussicht stellen, an denen Feuer im Ausnahmefall entzündet werden dürfen. Zum Beispiel wenn ältere Leute keine andere Möglichkeit hätten, die Gartenabfälle zu entsorgen. (döa/mit jl)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...