Auf den Spuren der königlichen Figuren

Herbstliche Wälder laden dazu ein, die Wanderschuhe zu schnüren. Die "Freie Presse" stellt Touren im Landkreis vor. Heute: Rund um Borstendorf

Grünhainichen-Borstendorf.

Wer auf dem Schachwanderweg in Borstendorf auf Vollständigkeit besteht - also alle 16 geschnitzten Figuren auf einem Rundkurs sehen möchte - steht vor einer großen Herausforderung. Darum sollten Wanderer Mut zur Lücke beweisen und eine Runde zu der reichlichen Hälfte der Spielfiguren machen. Ein guter Ausgangspunkt ist der Bahnhof im Flöhatal. Die Leute auf Schusters Rappen können schon nach der Brücke über den Fluss die Staatsstraße nach Eppendorf konsequent vermeiden. Am Ende vom Oelmühlenweg werden die Häuser des Ortes vorläufig verlassen.

Über die Leubsdorfer Straße kehren die Spaziergänger in den Ortskern zurück. Die große Schleife lohnt durchaus, weil hier gleich einige Schachfiguren stehen. Bald ist der Vogelherdweg wieder erreicht. Dem folgen die Wanderer mehrere Kilometer. Sanft steigt der Pfad durch Wiesen und Wälder an. Nach der nächsten Straße lohnt eine Rast durchaus, weil der Blick nicht nur nach Borstendorf, sondern auch über das Flöhatal hinweg bis nach Grünhainichen schweifen kann. Der Röthenbacher Wald ist ein recht großes Forstgebiet, das sich bis fast zur Saidenbachtalsperre hinzieht. Die Tour verläuft drei Kilometer durch diesen Wald.

An einer Stelle, an der fünf Wege sternförmig aufeinander zu laufen, wird rechts abgebogen. Hier steht übrigens der König des Schachspiels. Bald öffnet sich der Wald. Hier, an "Webers Ruh", ist der Blick über Borstendorf hinweg beeindruckend. Rechts ist die Augustusburg zu sehen. Mehr geradeaus taucht in der Ferne der bunte Schornstein von Chemnitz auf. Die Route verläuft weiter in den Ort. Die Hauptstraße wird schnell wieder Richtung Floßmühle verlassen.

Den separaten Teil von Borstendorf erreichen die Wanderer über eine kurvige Straße hinunter ins Tal der Flöha. Auch hier kann man einige sehr schöne Blicke in alle Richtungen genießen. Die Strecke führt jetzt nach rechts, parallel zum Fluss. Bald wird die Floßmühle erreicht. In einem weiten Bogen geht es wieder in unmittelbare Nähe der Flöha. Das Tal ist recht eng.

Die Spaziergänger bleiben so lange auf der Ostseite des Flusses, bis die Straße über eine Brücke führt. Drüben angekommen, verläuft die Route zwischen Eisenbahngleisen und Flöha zum Ausgangspunkt.


Lange Tradition

Der Ort Borstendorf hat eine lange Tradition, die sich eng mit dem Schachspiel verbindet. Schon 1871 brachten Händler von der Leipziger Messe Aufträge für die Herstellung von Schachbrettern mit. Danach entwickelte sich Borstendorf zum weltweit wichtigsten Produzenten. Erst nach 1989 brach die Produktion zusammen. Um an die alte Tradition anzuknüpfen, kam die Idee auf, 16 große Figuren aufzustellen und einen Schachwanderweg zu schaffen. (jz)

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