Auf Wiedersehen in Frankenberg

Über 400.000 Besucher kamen zur Landesgartenschau. Nicht nur für Freunde von Pflanzen und Blüten wurde allerhand geboten. Auch Kunst und Architektur kamen nicht zu kurz. Was bleibt nach dem großen Naturfestival? Eine Betrachtung von Ingolf Rosendahl.

Frankenberg.

Kaum zu glauben, aber wahr: Nach sechs Monaten geht die 8. Sächsische Landesgartenschau zu Ende. Letzte Gelegenheit, das Naturfestival in Frankenberg zu erleben, ist am Sonntag, 6.Oktober.

Über 25 Millionen Euro wurden in die Stadt und die Veranstaltung investiert. Die Organisatoren atmen auf. Die schwarze Null dürfte mit gut 400.000 Besuchern erreicht sein.

Zwar hatte es drei Anläufe gedauert, ehe Frankenberg den Zuschlag bekam. Am Konzept hat es nicht gelegen. Denn die Verbindung zwischen Hochwasserschutz in der Zschopauaue, neuer Nutzung von Industriebrachen und Belebung der Innenstadt ist integrierte Stadtentwicklung wie aus dem Lehrbuch.

Doch nicht nur baulich schafft das Festival eine dauerhafte Bereicherung für Frankenberg. Viele Gäste werden sich an gelungene Veranstaltungen erinnern. Dies begann mit der Eröffnung mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, reichte über Konzerte von Frank Schöbel über Marquess bis hin zu Karat und endete mit den Leuchtenden Paradiesgärten.

Auch "Freie Presse" mischte sich mit einem Besuchertag unter die Veranstalter. Zudem konnten sich Leser auf verschiedenen Kanälen informieren, in der gedruckten Ausgabe und im Online-Special. Letzteres verzeichnete knapp 11.ooo Zugriffe. Wanderexperte Jens Zeidler stellte eigens Touren zum Gelände vor. Interaktiver Lageplan, Videos und Service rundeten das Angebot ab. In den Ticket- und Partnershops wurden Tausende Eintrittskarten für das Fest verkauft.

Viele Gäste lobten die Organisatoren der Gartenschau: kein Parkchaos, keine Müllberge. Manchen Besuchern indes schlugen Schwierigkeiten bei der Gastronomie auf den Magen. Einige Anwohner stritten mit der Stadt wegen Einschränkungen durch die Schau. Auch das gab es: Diebe stahlen Orchideen.

Was bleibt von der Landesgartenschau? Da ist zunächst die Blumenhalle. Das Gebäude wird ab April 2020 als neues Museum "Zeit-Werk-Stadt" Industriegeschichte erlebbar machen. Viele der Grünanlagen stehen künftig allen zur Verfügung, die Spielplätze sowieso. Dort, wo heute noch die Hauptbühne steht, wird auch künftig Kultur stattfinden: Das Sonnensegel kommt weg, der technische Unterbau für eine Bühne bleibt. Doch auch wenn die Ungeduld, ohne Ticket über das Gelände zu bummeln, verständlich ist, brauchen Interessenten Geduld. Denn ab Montag wird erst um- und rückgebaut. Sicherheit geht vor.

Auch die neue Schlangenbrücke bleibt. Wegen der Kosten von rund 5 Millionen Euro umstritten, verbindet sie die zwei Erlebnisbereiche. Das Bauwerk leitet Verkehrsteilnehmer vom Fußgänger bis zum Rollatornutzer auf Dauer sicher über die B 169. Die Frankenberger verabschieden am Sonntag die Landesgartenschau und übergeben an den Nachfolger: Hallo, Torgau 2022!

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