Awo-Neubau soll eine bauliche Lücke in Mittweida schließen

Bis zum Sommer 2020 entstehen zentrumsnah im Haus der Arbeiterwohlfahrt vor allem barrierefreie Wohnungen. Die Arbeiten daran haben nun offiziell begonnen.

Mittweida.

Mit dem ersten Spatenstich hat die Arbeiterwohlfahrt Südsachsen gemeinnützige GmbH (Awo) am Donnerstagnachmittag den Start für ihr Neubau-Projekt in Mittweida markiert. Die ersten Bauarbeiten an der Kreuzung Weberstraße/Südstraße haben bereits am 25. Februar begonnen. Beim Ausheben der Baugrube stießen die Arbeiter auf Grundmauern des VEB Wäscheunion. Der Betrieb stand einst an der Stelle, wo in den nächsten Tagen ein Kran aufgebaut wird.

"Mit unserem Neubau wollen wir eine städtebauliche Lücke schließen", sagte der Geschäftsführer der Awo Südsachsen, André-Aljoscha Steiner. Die Arbeiterwohlfahrt feiert ihr 100-jähriges Bestehen in diesem Jahr. Deshalb werde das Haus den Namen der Awo- Gründerin Marie Juchacz tragen. Auf eine weitere Symbolik verwies der Mittweidaer Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU): Es freue ihn, dass die Fassade des Neubaus auch an die Vergangenheit erinnere, also an die Wäsche-Union. "Als mir die Idee der Awo vorgestellt wurde, erkannte ich, dass hier ein tiefgründiges Projekt entsteht mit vielen durchdachten Details", so der OB.

Der Neubau soll speziell Seniorinnen und Senioren sowie anderen hilfsbedürftigen Menschen ein möglichst eigenständiges Leben ermöglichen. Es werden laut Awo-Chef Steiner mehr als 30 moderne und barrierefreie Appartements in unterschiedlichen Größen entstehen. Ergänzt werde das durch ein bedarfsgerechtes Dienstleistungs- und Serviceangebot für die Mieter. Darüber hinaus werden eine Awo-Tagespflege, eine Arztpraxis und eine podologische Praxis im Gebäude integriert sein. Die Beratungsstellen des Awo-Kreisverbandes in Mittweida werden an ihren jetzigen Standorten bleiben und nicht umziehen. Im Außenareal des rund 3800 Quadratmeter großen Neubau-Areals entstehen laut Steiner barrierefreie Terrassen und Parkplätze. Die Inbetriebnahme des "Marie Juchacz Hauses" sei für Sommer 2020 geplant.

Für den Neubau, der laut Steiner mehrere Millionen Euro kostet, hatte die Awo Südsachsen 2017 das Grundstück für 163.000 Euro von der Stadt gekauft. Zuletzt war das Areal nahe eines Einkaufsmarktes als Parkplatz genutzt worden.


Die Namensgeberin

Die Arbeiterwohlfahrt wurde im Dezember 1919 auf Initiative von Marie Juchacz gegründet. Sie übernahm auch deren Vorsitz. Mit ihrer 100-jährigen Geschichte zählt die Awo zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden in Deutschland. (fun)

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