Baden nur auf eigene Gefahr: wieder Blaualgen in der Talsperre

Der grüne Teppich auf dem Stausee sieht nicht nur unschön aus. Er kann auch für Menschen zu einer Gefahr werden.

Falkenhain.

In der Talsperre Kriebstein sind wie im Vorjahr Blaualgen nachgewiesen worden. Am einzigen regulären Badestrand nahe der Jugendherberge Falkenhain warnen seit Donnerstag Aushänge davor, dort zu baden. Das Gesundheitsamt des Landratsamtes hatte am Mittwoch den Zweckverband Kriebsteintalsperre informiert, wie Geschäftsführer Thomas Caro auf Nachfrage erklärte.

Eine Pressemitteilung des Amtes gab es nicht. Sprecher André Kaiser verwies auf die Internetseite, auf der es eine Übersicht zu Badegewässern und "wilden Badestellen" gibt. Dort sei nachzulesen, dass im Stausee Blaualgen nachgewiesen worden sind.


Andere Gewässer in Mittelsachsen sind laut Liste derzeit nicht betroffen. "Eine Gesundheitsgefahr besteht vor allem, wenn das Wasser geschluckt wird", so Kaiser. "Wir raten als Gesundheitsamt daher vom Baden dringend ab. Generell lautet die Empfehlung, in Freibäder zu gehen. Deren Wasserqualität wird ständig kontrolliert." Wer dennoch eine "wilde Badestelle" aufsuche, sollte danach gründlich duschen.

"Die Talsperre Kriebstein ist nun mal kein öffentliches Badegewässer", erklärte Caro. Baden könne man hier ohnehin nur auf eigene Gefahr. "Und unsere Fahrgastschiffe stört es nicht." Laut Caro zeige sich der Stausee schon seit einigen Wochen Grün gefärbt. Betroffen sei der Bereich ab Falkenhain und Höfchen am gegenüberliegenden Ufer bis zur Staumauer. In Lauenhain gäbe es noch keine Auffälligkeiten.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes werden die "wilden Badestellen" freiwillig kontrolliert, einige mindestens einmal jährlich. Dabei handle es sich bei den Proben um Momentaufnahmen, weil Badegewässer ökologischen Schwankungen unterliegen. Rechtlich gesehen bestehe keine Überwachungspflicht. "Blaualgen sind sogenannte Cyanobakterien, welche überall im Wasser zu finden und bei normaler Konzentration völlig ungefährlich sind", heißt es aus der Pressestelle. "Vermehren sich die Bakterien allerdings stark, können sie die Wasserqualität einschränken. Einige Arten produzieren Stoffe, die Durchfall, Erbrechen oder Hautausschläge und im schlimmsten Fall sogar Atemnot auslösen können." In der Jugendherbe hat man selbst Zettel mit Warnungen ausgedruckt. Die hängen im Eingangsbereich und am Ufer. "Es ist unsere Sorgfaltspflicht, die Gäste, insbesondere die Kinder, darauf hinzuweisen", sagte Holger Nitzschke von der Herbergsleitung. "Wir beobachten auch im Umfeld Leute, die weiterhin baden gehen. Wenn man hinterher richtig duscht, sollte das kein Problem sein."

Aktuell sei die Einrichtung gut ausgelastet, bis Freitag habe das Wetter ohnehin nicht zum Baden eingeladen. Bei der anstehenden Neptuntaufe, dem Höhepunkt des laufenden Ferienlagers, gehe man auf Nummer sicher. Getauft werden die Kinder nicht mit Stauseewasser, sondern mit Trinkwasser.

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