Baustart nach mehr als einem Jahrhundert

Der Tunnel zwischen Dresdner Straße und Hauptbahnhof in Chemnitz wird endlich gebaut.

Chemnitz.

Ein von vielen Bewohnern des Sonnenbergs und anderen Chemnitzern seit Jahrzehnten gehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Unweit der Einmündung der Gießerstraße wurde am Mittwoch der symbolische erste Spatenstich für den Bau eines Fußgängertunnels zwischen Dresdner Straße und Hauptbahnhof vollzogen.

Schon nach Eröffnung der Bahnstrecke Chemnitz-Zwickau 1858 wurde der Ruf nach einer solchen kurzen und sicheren Verbindung laut, erinnerte Stephan Weingart von der Arbeitsgemeinschaft Sonnenberg-Geschichte des Chemnitzer Geschichtsvereins. 1905 wandten sich Anwohner mit einem Gesuch dafür an das königliche Finanzministerium und 1975 war der Tunnel im Generalverkehrsplan der Stadt vorgesehen, scheiterte aber jeweils vor allem an den hohen Kosten. Auch in den vergangenen Jahren stimmte der Stadtrat mehrfach über das Vorhaben ab, weil sich die voraussichtliche Kosten für die nur knapp 200 Meter lange Unterführung auf fast 4 Millionen Euro erhöht hatten, von denen die Hälfte mit Fördergeld vom Bund bezahlt werden soll. Die erteilte Zustimmung sei ein starkes Bekenntnis für eine positive Entwicklung des Stadtteils Sonnenberg, sagte Baubürgermeister Michael Stötzer.


Zuletzt hatte sich der Baubeginn noch verzögert, weil sich 2018 keine Firma um den Auftrag dafür beworben hatte. Inzwischen ist das Gelände auf mögliche Bomben und andere Munition aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht, als nächstes soll die Baugrube ausgehoben werden.

Abgeschlossen werden sollen die Arbeiten bis Ende Juni 2020. Der Tunnel, der aus Richtung Dresdner Straße nur über eine lange Treppe und barrierefrei per Aufzug erreichbar sein wird, ist nicht für Radfahrer vorgesehen. Für diese soll im Nachgang der Tunnel zur Mauerstraße, die sogenannte Bazillenröhre, als Teil der Radwegroute ausgebaut werden, so Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk. Das Eingangsgebäude des neuen Tunnels zum Hauptbahnhof wird zugleich den Wartebereich mit Fahrkartenschaltern des neuen Fernbus-Terminals beherbergen, den die Stadt bis Ende 2020 in dem Bereich errichten will. Vorgesehen sind vier Bus-Steige und 30 bis 40 Kurzzeit-Parkplätze für Pkw, sagte Gregorzyk. Für Ende 2020 plant die Stadt dann den Baustart für einen neuen Busbahnhof auf dem Bahnhofsvorplatz, um Nah- und Fernverkehr komplett zu verknüpfen.

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